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30.01.2018

Vom Schleckerladen in die Kinderwelt

Mit Geschichten kann Cornelia Werner Kinder immer wieder begeistern. Darum nutzt die Erzieherin auch das Angebot der Stadtbibliothek Penzlin, sich vor Ort mit den Lütten in der Lesestube umzusehen.

Penzlin. Eigentlich wollte Cornelia Werner Laborantin werden. Das klappte nicht, weil die Lehrstellen rar gesät waren. So erlernte die Penzlinerin zu DDR-Zeiten im damaligen Dienstleistungskombinat Neubrandenburg den Beruf der Pelznäherin, verarbeitete Nerz- und Fuchsfelle zu modischen Accessoires. Dann gab es doch noch eine Stippvisite als Hilfslaborantin im Umweltlabor der Heimatstadt und schließlich eine Umschulung zur Floristin.
„1994 fing ich als Verkäuferin in der Schlecker-Drogerie hier in Penzlin an und übernahm mit der Eröffnung der neuen Halle in der Großen Straße von 2000 bis 2012 die Leitung dieser Verkaufseinrichtung. Ich habe sie aufgeschlossen und auch wieder zugeschlossen, als die Schlecker-Kette deutschlandweit pleite ging”, erinnert sich die 51-Jährige. Und das ohne Groll. „Eigentlich müsste ich Schlecker noch danken, denn so kam ich endlich zu meinem Traumberuf”, zeigt sich Cornelia Werner ganz begeistert.
Schon immer hatte sie Ambitionen, Erzieherin zu werden. Denn Kinder seien nun mal ihre Welt, sagt die zweifache Mutter. Mit viel Eigeninitiative boxte die damals 46-Jährige ihren neuen Berufsweg durch, um nicht wie einige der Schleckerfrauen aufgrund von Arbeitslosigkeit auf der Strecke zu bleiben. Unterstützung fand sie in der Trainings- und Fortbildungsakademie Neubrandenburg.
„Mein erstes Praktikum absolvierte ich in der AWO-Kita ‚Burggarten’ Penzlin, in der ich seit 2014 angestellt bin”, erzählt die Penzlinerin. Die Lütten ihrer ersten Gruppe, die damals zwei oder drei Jahre alt waren, gehören jetzt zu den Vorschulkindern. Cornelia Werner mag noch gar nicht daran denken, sich von ihnen in diesem Jahr verabschieden zu müssen. „Da gibt es schon gemischte Gefühle. Aber ich bin so stolz darauf, wie selbstbewusst die Zwerge geworden sind”, freut sie sich mit den Kindern, die ihre Conny einfach mögen.

Vorfreude auf die Stadtbibliothek
Mitunter wird sie auch Oma gerufen, was ihr überhaupt nichts ausmacht. Schließlich hat sie selbst vier Enkel, die sich gern verwöhnen lassen. Zum Beispiel mit einer Massage, für die sich die Kneipp- und Entspannungstherapeutin in der Einrichtung ausbilden ließ.
„Ich liebe meine Arbeit und denke so oft, dass mir dieser Berufsweg mit seinen vielen Umwegen einfach vorbestimmt war”, zeigt sich die Erzieherin überzeugt. Mit reiferem Alter nehme sie viele Dinge viel gelassener auf und sei vielleicht auch deswegen den Kindern in der Einrichtung so ein guter Kumpel.
Bei den Beschäftigungen steht das Lesen und Geschichten erzählen ganz oben an. Das Buch „Ich brauche mein Monster” von Amanda Noll war Ausgangspunkt für das Basteln lustiger Knetfiguren, an denen sich auch die Eltern erfreuen.
Einmal im Jahr besuchern die Kinder die Stadtbibliothek. Am Mittwoch, dem 31. Januar, werden sie dort von Susan Lambrecht erwartet, die ihnen diesmal das Buch „Felix der Weltenbummler” von der Autorin Annette Langen vorstellen will. Die Vorfreude ist groß.
Den 20 Vorschulkindern, die Cornelia Werner zusammen mit Susann Draewe betreut, stehen in den nächsten Monaten weitere aufregende Erlebnisse bevor. So geht es zur Hintersten Mühle nach Neubrandenburg, in die Spielscheune nach Zahren und in den Verkehrsgarten nach Waren. Die Abschlussfahrt führt zum Bauernhof nach Freidorf und im Juni steht dann in der Kita die Abschiedsfeier an. Neue Kindergesichter werden dann bald auftauchen. Und Cornelia Werner wird wieder ihr Bestes geben, um die Lütten auf das Leben vorzubereiten.

30.01.2018 
Quelle: Nordkurier 

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