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14.10.2017

Von Klecksen, Eselator und dem Rühreivogel

Nicht der Sprechtag war es, der am Donnerstag so viele Besucher ins Foyer des Amtshauses in Penzlin lockte. Anziehend war die künstlerische Arbeit von zwei Frauen, die nun bis Januar das Rathaus mit ihren Werken schmücken. Und Torsten Harder sorgte am Cello mit Musik im Haus.

Penzlin. Eher einem Zufall war es wohl zu verdanken, dass die beiden Frauen aufeinander trafen. „Ich suchte eine Unterstellmöglichkeit für mein Cabrio und bekam den Tipp, mich diesbezüglich im benachbarten Zahren umzusehen”, erzählte Gerlinde Spotka, die 2007 in Pieverstorf ihr Atelier eröffnete. So begegnete die Verwaltungsmitarbeiterin aus Berlin Heike Gerling, die in Zahren mit ihrer Erlebniswerkstatt und Galerie ganz Besonderes zu bieten hat. Natürlich hatte sie in ihrer Scheune auch Platz für das Gefährt der Pieverstorferin.
Da beide aus der Hauptstadt stammen, stimmte die Chemie auf Anhieb. Aber auch das Interesse für die Kunst und fürs Experimentieren führte zusammen. So stellten die Beiden ihre Arbeiten erstmals gemeinsam 2016 in Rahmen der Aktion Kunst Offen in Zahren aus.
In Penzlin ist Gerlinde Spotka nun mit farbenfroher Malerei vertreten. Und dann gibt es da noch die Motive, die unter dem Motto „Elfriede darf klecksen” zu finden sind. „Ich habe in einem Archiv in Wokuhl alte Schreibhefte aus dem Jahre 1930 gefunden, deren Zeilen noch mit der Feder ausgefüllt worden waren. Mit großen schwarzen Tintenklecksen bekamen diese Blätter ein völlig neues Aussehen”, beschrieb die Malerin ihren Weg, um im Experiment Verfremdungen zu erzielen. Ähnlich erging es auch technischen Zeichnungen für das Schlosserhandwerk, die in früheren Zeiten in der Neustrelitzer Berufsschule angefertigt wurden. Warum diese verklecksten Blätter nun gerade auf dem Flur im Bereich des Penzliner Bauamtes angebracht wurden, ist wohl mehr ein Gag.
Heike Gerling hat aus ihrer Zahrener Werkstatt einige besondere Figuren mitgebracht, die auf goldenen Würfeln thronen. Schon während der Vernissage konnten die Kinder kaum die Augen von diesen besonderen Wesen lassen. Denn wo begegnet man schon einem Nobelrennhobel, einem Eselator mit Jockey, einem Rühreivogel und dem Klinkertierchen?
Heike Gerling, die gelernte Gas-Wasser-Installateurin ist, schraubt, nietet und klebt Dinge zusammen, die im Nachhinein immer etwas Uriges darstellen. Dabei verwendet sie ausschließlich Recyclingmaterial und lädt gern Kinderrunden zum gemeinsamen Basteln ein. Jeder, der ihre Erlebniswerkstatt besucht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ob Sektkorken, Zahnbürste, Knöpfe, Holzstücke oder alte Scharniere — aus all diesen Dingen zaubert sie ganz besondere Hingucker.
Dass die mit den Exponaten mitgebrachte Leichtigkeit von Mitarbeitern und Gästen des Hauses aufgenommen werde, das hofft Susanne Schwarz von der Stadtverwaltung. Der große Besucherzuspruch am Tag der Eröffnung zeigte der Ausstellungsorganisatorin, dass sie mit der Wahl der Künstlerinnen ins Schwarze getroffen hat.

14.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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