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17.12.2016

Von Punschendörp, da komm ich her...

Im Wein liegt Wahrheit, sagt man. Und im Glühwein wohl Vorfreude auf Winter, Weihnachten und eine wundervolle Zeit. An jedem Adventswochenende kommt der Nordkurier bei einem Glühwein mit Menschen aus der Region zu sprechen. Einer, der allmählich Stress bekommt, ist der Bärtige in Penzlin. Da könnte Glühwein helfen, oder?

Penzlin. Bei der Arbeit einen zu trinken, das geht für Dieter Tessmann gar nicht. Schon über 20 Jahre gibt er den Weihnachtsmann in Penzlin und braucht für das Beschenken einen klaren Kopf. „Wie oft wollte man mich schon überreden, in launiger Runde ein Glas zu heben. Das habe ich von vornherein abgelehnt”, zeigt sich der 74-Jährige konsequent. Mit dem langen weißen Bart sei essen und trinken ohnehin etwas schwierig. Für einen erfrischenden Schluck Wasser aus dem Glas hat er aber einen Trick: Mit Hilfe eines Trinkröhrchens kann er bei anstrengenden Touren seinen Durst stillen. Und anstrengend wird es für den Penzliner in den nächsten Tagen allemal.
Ging das Geschenkeverteilen mit dem Weihnachtsmarkt in Penzlin am 3. Dezember gemächlich los, so folgt jetzt ein Termin auf den anderen. „Den Höhepunkt gibt es für mich am 24. Dezember. Denn laut Kalender warten zwölf Familien auf mich. Das ist schon eine logistische Herausforderung. Denn ich bin nicht nur in Penzlin gefragt. Auch in Neuhof, Groß Vielen, Peckatel und Waren bittet man mich in die gute Stube”, sagt Dieter Tessmann und ist froh, mit seinem Chauffeur einen Helfer zu haben.
Schon im Sommer flatterten die ersten Aufträge ins Haus. Inzwischen folgen Aufzeichnungen über das Familienleben, die sich der Bärtige für seinen Auftritt am Heiligabend gut einprägen muss. Schließlich darf er nicht irgendwo ins Fettnäpfchen treten und den Familienfrieden ins Schwanken bringen. Man vertraut und baut auf den freundlichen Herrn im roten Mantel, der neben den Gaben am Weihnachtsabend auch Harmonie und Versöhnungsstimmung in die Häuser bringen will. Auch darum habe er nie eine Rute dabei.
„Ich erinnere mich an ein Baby, das am Heiligabend unter dem Baum in der Krippe lag. Heute hat das Mädchen schon das Abizeugnis in der Tasche. Solche Erlebnisse über Jahre sind einfach herrlich!”, freut sich der Senior, der in seinem Berufsleben als Erzieher tätig war. Und er kann sogar zaubern, brachte Kindern in einer Arbeitsgemeinschaft einst so manchen Trick bei.
Übrigens gehören inzwischen fünf Kostüme zu seiner langjährigen Weihnachtsmann-Laufbahn. Die gekaufte rote Garderobe habe nie lange gehalten. Darum hat ihm die Penzliner Schneiderin Sigrid Bechdolf einen roten Mantel nach Maß genäht, der schick und strapazierfähig ist. „Von den weißen Handschuhen habe ich immer Ersatz dabei. Denn wer Süßes verschenkt, bekommt schnell auch klebrige Finger“, kommt der Bärtige auf besondere Erschwernisse in seinem Saisonjob zu sprechen.
Und nach Feierabend – der wird am 24. Dezember wohl erst weit nach 21 Uhr sein – gibt es dann einen Glühwein? „Eher einen Kaffee”, lautet die Antwort. Dieter Tessmann weiß schon jetzt, dass er dann selbst mit dem Auspacken von Geschenken zu tun haben wird. Denn für viele gehört der Penzliner Weihnachtsmann inzwischen zur Familie. Nicht ernst genommen wird darum sein Wunsch, in den nächsten Jahren angesichts des Alters etwas kürzer treten zu wollen. Im Gegenteil! Mündlich wird schon der große Auftritt für 2017 vereinbart. Alle Jahre wieder...

17.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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