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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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03.04.2013

Wahl außer der Reihe

Noch wenige Tage bleiben den Einwohnern von Möllenhagen, um sich zu entscheiden. Am 14. April sind sie aufgerufen, ein neues Oberhaupt für die Gemeinde zu wählen. Der bisherige Bürgermeister, Reinhold Amenda, war zum Jahreswechsel aus privaten Gründen zurückgetreten.
Drei Kandidaten werfen sich ins Zeug um die Nachfolge. Peter Wenzel ist Ruheständler und engagiert sich seit Jahren im Kulturverein. Anke Both arbeitet als Angestellte in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins der Regionalen Schule. Thomas Diener ist Landwirt und als einziger Kandidat parteigebunden. Der CDU-Mann ist unter anderem Vorsitzender des Bauernverbandes an der Müritz.
Sollte eine Stichwahl nötig sein, findet diese am 28. April statt.cs
Von unserem Redaktionsmitglied
Carsten Schönebeck

Für Heinz-Peter Wenzel geht es jetzt in die heiße Phase. Er kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in Möllenhagen. Und hat dabei einen kritischen Blick auf die Nachbarstadt gerichtet.

Möllenhagen. „Ich bin im Ruhestand, da habe ich Zeit für so ein Amt“, sagt Heinz-Peter Wenzel. Der Möllenhagener will Bürgermeister seiner Gemeinde werden. Ehrenamtlich, wie es die Kommunalverfassung für den Ort vorsieht. Entsprechend kritisch blickt er in die Nachbarstadt Penzlin. Dort sind die Verwaltung von Stadt und Amt verwoben. Deshalb hat Penzlin noch einen hauptamtlichen Bürgermeister. Erst kürzlich war dort eine Debatte ausgebrochen, ob man sich das weiterhin leisten will. „Zu recht“, sagt Wenzel. Auch für seine Gemeinde wäre es besser, wenn Penzlin künftig auf ein Ehrenamt setzt.
„Wir können im Amt einfach nicht auf Augenhöhe arbeiten, solange einer der Bürgermeister gleichzeitig Verwaltungschef im Amt ist“, sagt Wenzel. Da gäbe es ein ungutes Gefühl, dass eine Gemeinde bevorzugt wird.
Gerade Penzlin und Möllenhagen stünden zudem in Konkurrenz. „Da geht es zum Beispiel um den Schulstandort. Ich habe schon den Eindruck, dass uns Penzlin in der Beziehung gerne schlucken würde.“ Beide Gemeinden unterhalten jeweils eigene Regionale Schulen. Und das müsse auch so bleiben. „Die Wege für Eltern und Schüler dürfen nicht noch länger werden“, warnt Wenzel. Den Standort Möllenhagen hält er naturgemäß auch für den besseren.
Die Eigenständigkeit der Gemeinde sei nicht nur bei der Bildung wichtig. „Noch mehr Gemeindefusionen helfen nicht weiter“, sagt er. Das habe die Haushalte auch bisher kaum entlastet. Kritisch sieht er auch bei den Finanzen die Rolle des Amtes. „Die Beträge, die wir als Umlage zahlen müssen, sind zu hoch für das, was wir zurückbekommen“, so Wenzel. Da sei auch ein Austritt aus der Verwaltungseinheit kein Tabu. Nur dass der Innenminister da möglicherweise nicht mitspielen würde, wie er selber einräumt. Trotzdem: Eine Überlegung sei das allemal wert.
Seit 40 Jahren lebt Wenzel in Möllenhagen, engagiert sich dort im Kulturverein. Bekannte hätten ihn angesprochen, ob er nicht kandidieren wolle. Inzwischen ziert sein Konterfei so manche Laterne im Ort. Besonders oft liest man auf den Plakaten das Wort „Erhalt“. Möllenhagen hätte eine gute Ausgangslage. Schule, Industrie, Vereine und bisher auch noch einen ausgeglichenen Haushalt. Der Ort selbst, sowie die Ortsteile Lehsten und Kraase verfügen über jeweils eigene Feuerwehren. Die haben es dem Agrar-Ingenieur besonders angetan. „Erhalt und Erweiterung“ der Wehren steht auf seinem Wahlplakat. Jeweils ein neues Löschfahrzeug soll es geben. Auch wenn Wenzel noch nicht weiß, wie die Gemeinde das finanzieren soll. „Fördertöpfe gibt es genug, wir müssen uns nur darum kümmern“, sagt er. Und das sei bisher zu kurz gekommen. Denn die Wehren seien schließlich Kulturträger in den Ortsteilen. „Wenn wir die nicht hätten, wäre Möllenhagen bald eine reine Schlafstadt.“ Dass die Bürger selber für Leben im Ort sorgen müssen, sei anders nicht machbar. Dass wisse er auch aus der eigenen Arbeit im Kulturverein. Die Gemeinden müssten das entsprechend unterstützen. „Aber auch da sind wir gut aufgestellt, es gibt in vielen Ortsteilen Gemeinderäume, die von den Bürgern auch gut genutzt werden.“
Und wie sind nun seine Chancen auf das Amt? „Es gibt ja keine repräsentativen Umfragen, insofern lasse ich mich einfach überraschen“, sagt er. Erste Ergebnisse in elf Tagen. Dann könnte noch eine Stichwahl folgen.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

03.04.2013 
Quelle: Nordkurier 

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