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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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15.06.2016

Was da alles wächst – zauberhaft!

Da waren die Schüler aus Röbel und Burg Stargard ganz verzaubert beim Besuch im Hexenmuseum in Penzlin. Neben der Ausstellung gibt es auch im Burghof Besonderes zu bestaunen: Einen Kräutergarten mit Magie.

Penzlin. „Er liebt mich, er liebt mich nicht....“ Noch immer wird das Gänseblümchen Blüte um Blüte gezupft, um auf diese Herzensfrage eine Antwort zu bekommen. Doch das soll mit den weißen Schönheiten auf dem Burghof in Penzlin nicht passieren. Sind sie doch mehr zur Anschauung gedacht im Reigen der Kräutermagie, auf die eine ständige Ausstellung aufmerksam macht. In drei Hochbeeten und auf vier kleineren Parzellen wachsen Kräuter, denen schon im Mittelalter magische Kräfte zugeschrieben wurden.
„Die vom Museum angebrachten Ausstellungstafeln unterscheiden zwischen weißer und schwarzer Magie. Eine Grenze, die sich nicht immer trennscharf ziehen lässt“, sagt Museumsleiterin Andrea Rudolph. Unter Überschriften wie Abwehrzauber, weissagende Pflanzen, Orakelpflanzen oder Liebeszauber werden einige Wildkräuter genauer dargestellt. Die Abbildungen auf den Platten zeigen zudem eine Verbindung zwischen exakter Botanik und künstlerischer Stilisierung im Zeichen des Jugendstils, so die Museumsleiterin. Grundlage dafür bildeten Scherenschnitte der Apothekerin Margarete Rhades, die auch schon mal für eine Ausstellung im Burgmuseum gewonnen werden konnte.
Während die erwähnte Gänseblume zu den weissagenden Pflanzen gehört, wird dem Baldrian Abwehrzauber zugesprochen. Wurden seine Wurzeln doch zu Mittelalterzeiten gegen Hexerei auf Stallschwellen und im Eingangsbereich von Wohnhäusern gelegt. Liebstöckel dagegen kam ins Spiel, wenn es um den Liebeszauber ging. Ganz genau kennt sich in dieser Materie Museumsmitarbeiterin Heike Engel aus, die diese Beete im Burggarten pflegt und jedes Jahr neu bepflanzt. „Bin ich am Gärtnern gibt es oft Fragen von den Besuchern. Und viele sind erstaunt, was Wildkräuter so alles können“, erzählt die Penzliner Kräuterfrau.
Wie die Gäste sich in diesem Bereich verhalten sollen, darauf verweist ein Hexlein auf einer Holztafel: „Betritt gepflegte Beete nicht, sonst schimpfe ich Dich Bösewicht!“ Und an die Hundehalter geht der Appell: „Hausgetier leg an die Leine, ich zaub‘re Dir sonst Hinkebeine!“
Wer den Burghof besichtigt hat, der sollte die Ausstellung im historischen Gemäuer zur Hexenverfolgung in Mecklenburg nicht verpassen. Die Kellerstiege hinab geht es ins Verlies mit Folterkeller. Mehr als nur sehenswert.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

15.06.2016 
Quelle: Nordkurier 

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