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24.08.2016

Wegbereiter auch auf steinigem Pfad

Mit der Schliemann-Gesellschaft hat das Museum in Ankershagen einen zuverlässigen Förderer an seiner Seite. Zur Mitgliederversammlung wird nicht nur über das vergangene Jahr Rechenschaft abgelegt. Zu betrachten sind diesmal 25 Jahre. Denn es gibt ein Jubiläum, aber auch Sorgen.

Ankershagen. Zum 125.Todestag von Heinrich Schliemann hat es nicht geklappt mit dem Aufstellen der Büste des Troja-Ausgräbers in der Walhalla bei Regensburg. Doch Wilfried Bölke, Sonderbotschafter in dieser Frage, bleibt dran. „Noch in dieser Woche werde ich beim bayerischen Kultusministerium abermals nachfragen. Unser Antrag ist ja schon auf der Bearbeitungsstrecke. Und mit dem 25. Jahrestag der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft gibt es erneut einen aktuellen Anlass“, kommt der frühere Leiter des Schliemann-Museums auf seine besondere Mission zu sprechen.
Gegenwärtig habe nur der Archäologe Johann Joachim Winckelmann einen Platz in der Gedenkstätte bei Regensburg, in der seit 1842 deutschen Geistes- und Geschichtsgrößen gedacht werde. Der weltbekannte Schliemann könnte als Zweiter diesen „Berufsstand“ vertreten. Optimistisch gehen auch die anderen Vorstandsmitglieder der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft Kommendes an, haben sie doch eine gute Basis geschaffen.
„Zu uns gehören 185 Mitglieder aus 13 Ländern. Darunter bedeutende Wissenschaftler wie David Traill aus Kalifornien, Georg Korrès aus Athen oder Wout Arentzen aus den Niederlanden“, sagt Rainer Hilse, seit 1999 Vorsitzender der Schliemann-Gesellschaft, über das Gremium, das sich vor allem für die wissenschaftliche Arbeit des Schliemann-Museums in Ankershagen stark macht.
Wilfried Bölke erinnert an den Förderverein, der als Vorläufer der Gesellschaft am 21. Juni 1991 gegründet wurde. Schon im September des gleichen Jahres gab es die erste Mitgliederversammlung und die Umbenennung in die Schliemann-Gesellschaft, die schon nach wenigen Wochen auf 100 Mitglieder aus acht Ländern verweisen konnte. Erster Vorsitzender war Eberhard Wilzki.
Neben der Förderung wissenschaftlicher Projekte geht es um das Bekanntmachen des Lebenswerkes Schliemann. So unterstützt die Gesellschaft die Abendvorträge des Museums. In dieser Reihe stellen sich auch die Einrichtungen vor, die ebenso wie Ankershagen zu den 20 kulturellen Gedächtnisorten zählen. Sie sind im Blaubuch des Bundes eingetragen und haben damit einen besonderen Stellenwert. „Mit 56 000 Euro machte die Gesellschaft die Anschubfinanzierung für den Aufbau des ehemaligen Stallgebäudes zum Vortrags- und Veranstaltungszentrum des Museums möglich. Nicht zu vergessen sind die finanzielle Hilfe für die elektronische Archivierung von historischen Dokumenten“, fügt Rainer Hilse hinzu und erinnert an die Aktivitäten für die museumspädagogische Arbeit. Zu den aktuellen Herausforderungen zähle der Aufbau einer neuen Sonderausstellung in Ankershagen.
„Nicht ganz sorglos schauen wir in die Zukunft des Museums. Nach der Wende gingen die Diskussionen um einen Trägerwechsel los. Und die ziehen sich wie ein roter Faden durch die Jahre“, weiß Wilfried Bölke. Schon zu Zeiten des Kreises Waren gab es Bestrebungen, der Schliemann-Gesellschaft die Trägerschaft des Museums aufzudrücken. Doch das könne diese nicht leisten. Aktuelle Pläne der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WMSE etablieren die Einrichtung in Ankershagen unter dem Dach der gemeinnützigen Museen-Gesellschaft des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Ob die Schliemann-Gesellschaft damit in ihrer Fördertätigkeit eingeschränkt werden könnte, das sei noch ein Rätsel.
„Trotz vieler Steine im Weg, hat die Schliemann-Gesellschaft eine Erfolgsgeschichte zu bieten“, ist sich Wilfried Bölke sicher. „Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass es uns ebenso wie vielen Vereinen in der Region an Nachwuchs fehlt“, spricht Museumsleiter Reinhard Witte ein Problem an und kommt dann auf die bevorstehende Mitgliederversammlung zu sprechen.
Vom 2. bis 4. September treffen sich die Schliemann-Freunde in Ankershagen. Auftakt bildet am Freitag um 18 Uhr ein Konzert in der Kirche mit Christiane und Friedrich Drese und dem Warener Kantatenchor. 45 Mitglieder der Schliemann-Gesellschaft gehen tags darauf auf Exkursion nach Stettin. Und am 4. September um 9 Uhr findet dann die Mitgliederversammlung im Vortragsgebäude statt. Mit der Schliemann-Medaille wird in diesem Jahr David Traill ausgezeichnet. Großen Dank verdiene auch Jost Reinhold, der der Gesellschaft immer zur Seite stehe.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

24.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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