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28.02.2013

Weißt du, wie viel Lichtlein stehen?

Es werde dunkel: 10 000 Euro will Penzlin sparen, indem Straßenlaternen der Strom abgedreht wird. In einigen Ortsteilen sorgen sich Einwohner um die Sicherheit.
Von unserem Redaktionsmitglied
Carsten Schönebeck

Wustrow/Penzlin. In Wustrow ist es zappenduster. Jedenfalls abends ab 21.35 Uhr. Dann leuchtet nur noch eine einzige Laterne. „Wer hier abends durchs Dorf geht, der braucht eine Taschenlampe“, sagt Martin Aug. Mit einem Dutzend seiner Nachbarn hat er einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben. Denn die hat ein neues Beleuchtungskonzept erarbeitet. Aug und seine Nachbarn fordern mehr Erleuchtung für ihren Ortsteil. An einzelnen Kreuzungen zumindest solle es nachts hell bleiben. Eine offizielle Antwort gab es nicht.
„Wir können nicht über ungelegte Eier diskutieren“, sagt Monique Kerschefski. Die Sachbearbeiterin Tiefbau arbeitet an den Sparvorschlägen für die Beleuchtung. Doch entscheidend sei nicht, was sie plane, sondern was die Stadtvertreter beschließen. So ihre Begründung für das ausbleibende Antwortschreiben nach Wustrow. Gespräche habe es aber mehrfach gegeben. „Wir haben auf die Einwände aus verschiedenen Ortsteilen reagiert“, sagt sie. Ursprünglich sollten in Wustrow einige Laternen ganz abgeschaltet werden. Das ist jetzt vom Tisch. „Bisher haben viele Ortsteile eigene Konzepte, das soll einheitlich werden“, erklärt sie.
Widerstand sei da nichts Ungewöhnliches. Doch wer wolle, dass sein Eingangstor auch spät nachts beleuchtet wird, der müsse selber dafür sorgen, so Kerschefski. Sie verstehe die Sorge der Bürger, dass in dunkleren Gassen Kriminalität und Unfallzahlen steigen. Doch die Stadt sei nicht dafür zuständig, dass es auch in der Nacht hell bleibt. Sie beruft sich dabei auf eine Veröffentlichung der Deutschen Kommunalversicherer. Darin heißt es, dass nur in Ausnahmefällen eine Beleuchtungspflicht bestehe. „Die Europäischen DIN-Normen, auf die sich die Anwohner berufen, sind nur eine Empfehlung“, sagt sie.
Dass neue Konzept soll vor allem Kosten sparen. 2012 hat die Stadt fast 60 000 Euro für den Strom bezahlt, der nachts die Straßen erleuchtet. Ein Sechstel weniger soll das werden. Allein im Ortsteil Groß Flotow sind es 500 Euro. Angst vor höheren Stromtarifen braucht die Stadt dabei nicht haben. „Die Preise sind nicht an die Abnahmemenge gekoppelt“, sagt Kerschefski.
Martin Aug will sich damit nicht zufrieden geben. „Wir sind hier keine Bürger zweiter Klasse. In Penzlin werden Burg und Kirche angestrahlt und wir sollen hier im Dunkeln sitzen“, sagt er. Wann sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema befasst, ist noch offen.

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c.schoenebeck@nordkurier.de
28.02.2013 
Quelle: Nordkurier 

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