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07.10.2015

Wie viel ist Penzlin die Natur wert?

Unmittelbar hinter dem Ortsausgang von Alt Rehse in Richtung Wustrow wurde vor 20 Jahren ein Naturlehrpfad eingeweiht. Inzwischen ist die Anlage aber in die Jahre gekommen. Den Naturpfad wieder herzurichten, dafür fehlt der Kommune das Geld. Bürger möchten jedoch den weiteren Verfall aufhalten und wünschen sich mehr Engagement von der Stadtverwaltung.

Penzlin. Wenn das Hemd zu kurz ist, zieht es an allen Ecken. Angesichts der angespannten personellen Lage im Bauhof möchte sich die Stadtverwaltung Penzlin von arbeitsintensiven Aufgaben im freiwilligen Bereich der Kommune trennen. Denn die 300 Stunden, die die fehlenden Ein-Euro-Jobber bisher wöchentlich leisteten, können vom Team des Bauhofes nicht aufgefangen werden. Darum soll die Bewirtschaftung des 3,5 Kilometer langen Naturlehrpfades in Alt Rehse erst einmal eingestellt werden.
Angelegt wurde diese Anlage einst im Rahmen eines Projektes von der Beschäftigungsgesellschaft M.A.L.K. e.V. Schilder wiesen auf besondere Pflanzen am Wegesrand hin, Nistkästen wurden angebracht. Zudem gab es Igel- und Wieselburg und einen Wildbienenschaukasten. Von dieser Ausstattung ist nicht mehr viel übrig geblieben und der Pfad gleicht allenfalls noch einem Wanderweg. Reparatur bedürftig sind die vielen Holzbrücken und Wegbegrenzungen.
Nach Informationen von Bürgermeister Sven Flechner müsste die Stadt schätzungsweise an die 40 000 Euro investieren, um den ursprünglichen Zustand dieses Naturlehrpfades wieder herzustellen. Dazu kämen jährlich an die 5000 Euro Unterhaltskosten. „Das können wir momentan nicht leisten. Der hohe Pflegeaufwand ist wirtschaftlich nicht vertretbar“, sagt das Stadtoberhaupt und erwähnt in dem Zusammenhang mögliche Haftungskosten. Teilstücke des Naturlehrpfades liegen nicht auf städtischem Boden, sondern gehören einem privaten Waldbesitzer.
Der Vorschlag der Stadt, die Pflege des Naturlehrpfades in Alt Rehse vorerst auszusetzen, fand im Stadtentwicklungsausschuss allerdings nicht das erwartete Echo. Mehrheitlich sprachen sich die Mitglieder für den Erhalt des besonderen Wanderweges durch die schöne Natur aus. Ausschlaggebend waren dafür vielleicht auch Hinweise von Bernd Schwipper, der Ortsvorsteher in Wustrow ist. So wies dieser auf die überregionale Bedeutung des Naturlehrpfades hin, der zum Beispiel als Geocaching-Weg im Internet und als Abschnitt des Pilgerpfades Friedland-Mirow ausgewiesen sei. In Nähe des Tollensesees gelegen erschließe der Weg den Wanderern zudem besondere Bereiche und führe sogar bis hin zu einem Hügelgrab.
„Das Thema wird uns weiter beschäftigen. Soll der Bauhof nach Meinung der Politiker den Naturlehrpfad weiter in Ordnung halten, muss über die Einstellung weiterer Mitarbeiter in diesem Bereich gesprochen werden“, gibt Sven Flechner zu verstehen. Und das müsse dann auch bei der Rechtsaufsichtsbehörde des Kreises während der Haushaltsprüfung plausibel begründet werden. Die angebotene Hilfe von einigen Vereinen bei der Pflege dieses Areals in Alt Rehse sei zwar begrüßenswert, könne aber keine langfristige Lösung in dieser Frage sein.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

07.10.2015 
Quelle: Nordkurier 

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