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26.07.2017

Wintergerste ade, Regen tut weh

Wird die Getreideernte zur Schlammschlacht? Anhaltende Regenfälle stoppen den Einsatz der Mähdrescher. Dabei wird es für Weizen und Raps Zeit. Wieder heißt es für die Landwirte, Geduld zu haben. Geht es so weiter, könnte die Qualität der Körner kippen.

Lehsten. „Schönen Schiet kann man da nur sagen”, fasst Thomas Diener die derzeitige Witterungslage zusammen. Sie nervt nicht nur die Urlauber, die gern Sonne und Strandfeeling hätten. Auch die Landwirte macht der Regen allmählich nervös. Denn so richtig kommt die Getreideernte nicht in Gang. „Die Wintergersten-Mahd ist bei uns in der Müritzregion so gut wie beendet. Und ich denke, wir können mit den Erträgen zufrieden sein”, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Müritz.
Auch wenn noch keine genauen Abrechnungen vorliegen, so rechne er bei der Wintergerste mit Erträgen von 70 bis 80 Dezitonnen pro Hektar. 2015 waren es 91 Dezitonnen, im Vorjahr allerdings nur 53 Dezitonnen pro Hektar. Kahlfröste Anfang des Jahres und die Frühjahrstrockenheit führten 2016 zu manchen Ausfällen auf dem Acker.
Ist der Mai kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun‘ und Fass — lautet eine Bauernregel. Nur habe es auch im Juni und Juli reichlich geregnet. So mussten die Landwirte bei der Einfuhr der Wintergerste Trocknungskosten in Kauf nehmen, die wiederum den Ertrag schmälern. Und gerade auf aufgeweichten Lehmböden ist der Einsatz der Erntetechnik manchmal schwierig. „Auch bei uns hatte sich ein Mähdrescher in der Modder festgefahren und musste rausgezogen werden”, so der Landwirt. Schließlich wiege so eine Maschine an die 20 Tonnen.
Mit etwas Sorge schaut Diener auf den Weizenschlag vor seinem Firmensitz in Lehsten. Denn gut 20 Prozent des Getreides wurde stellenweise von Regen und Wind niedergedrückt. Unkraut droht hier durchzuwachsen. Demzufolge müssten beim Drusch die Mähwerke niedriger gestellt werden. Damit würden aber auch verstärkt Steine und Erde aufgenommen, was wiederum für Schäden an der Technik sorgen könnte. Und: „Bleibt uns der Regen erhalten, könnte die Qualität beim Weizen kippen und er würde sich dann nur als Futtergetreide eignen”, spinnt der Landwirt den Wetterfaden weiter.
Die Mähdrescher seien inzwischen umgerüstet. Plan ist, sie am Wochenende in den Raps fahren zu lassen. Die Zeit ist ran. Während die Wintergerste mit einer Anbaufläche von 10 Prozent den Auftakt für die Ernte bildet, sind Raps mit 23 Prozent und Weizen mit 30 Prozent die Favoriten für die Landwirte. Auch hier hofft man, den schmalen Rapsertrag von 27 Dezitonnen pro Hektar im Vorjahr wieder wett zu machen. „Wir liegen noch voll in der Zeit und der Raps steht gut”, heißt es hoffnungsvoll auf dem Hof in Lehsten. Übrigens wird im gesamten Kreis Mecklenburgische Seenplatte auf 125 500 Hektar Getreide angebaut.
Neben dem Umrüsten der Technik beschäftigen sich die Landwirte derzeit mit dem Mulchen der Stilllegungsflächen. Außerdem ist der zweite Grünschnitt auf den Wiesen an der Reihe, der Futter für die Tierproduktion bietet.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

26.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

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