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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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27.01.2016

Wo Autos über Schienen fahren

Mit dem Zug nach Penzlin zu fahren, das war mal möglich. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg war damit Schluss. Die Gleise gingen auf eine andere Reise.

Penzlin. Wussten Sie schon, dass ein Teil der B 192 über das frühere Gleisbett einer Eisenbahnlinie führt? Das ist an der Umgehung in Penzlin in Höhe des historischen Bahnhofsgebäudes der Fall. 1885 erhielt die Kleinstadt ihren Eisenbahnanschluss. Die „Mecklenburgische Südbahn“ führte von Parchim über Lübz, Malchow, Waren und Penzlin nach Neubrandenburg. Gleisanlagen gab es auch zu den Gütern nach Puchow und Lapitz.
1893 ging die „Südbahn“ wie alle anderen Privatbahnen in Mecklenburg-Schwerin in den Besitz der Großherzoglichen Landesregierung über. Damit wurde sie gleichzeitig in die 1864 gegründete „Großherzogliche Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn“ integriert. Nachzulesen ist das in der „Chronik der Stadt Penzlin“ von Siegfried Heuer. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Aus für den Eisenbahnanschluss. Die Strecke Waren-Neubrandenburg wurde im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion demontiert.
Damit verlor auch das Bahnhofsgebäude seine eigentliche Funktion und wurde als Wohnhaus genutzt. Paula Schäfer führte die Bahnhofsgaststätte weiter und es gab auch einen Kiosk. Die Stadt nutzte den flachen Anbau, vor dem es früher eine Rampe gab, als Lager für Museumsgegenstände. Ein Teil dieser Ausstellungsstücke wurde in die Sammlung des Agrarhistorischen Museums nach Alt Schwerin gegeben. Auch ein Möbelgeschäft brachte Teile seiner Waren im alten Bahnhof unter. Nach der Wende erwarb ein privater Unternehmer das Gebäude, sanierte es umfangreich. Heute ist es Gewerbestandort. Der alte Bahndamm wurde inzwischen mit Mitteln des Landkreises zu einem Radweg umgebaut. Dass er die B 192 nicht unmittelbar begleitet, empfinden die Radler als Vorteil. Denn so lässt sich die Natur zwischen Lukow und Mallin in aller Ruhe erkunden.

27.01.2016 
Quelle: Nordkurier 

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