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23.11.2016

Wo in Carlstein die kleine Straße im Matsch versinkt

Dieser Weg wird kein leichter sein: Die einzige Verbindung zwischen den Penzliner Ortsteilen Carlstein und Klein Lukow gleicht momentan größtenteils einer Modder-Piste. Und die ist nicht ungefährlich: Autos blieben hier laut Anwohnern bereits auf der Strecke.

Carlstein. Wenn Silke Lingstädt dieser Tage in ihren Jeep steigt, hat sie meist schon vor dem ersten Gas geben einen dicken Hals. Denn macht sie sich im Dunkeln zur Nachtschicht auf, erwartet sie zwischen ihrem Wohnort Carlstein und dem benachbarten Klein Lukow eine Modder-Piste allererster Güte. Die ist schon im Hellen eine Herausforderung für jeden Allrad-Antrieb. „Als es geregnet hat, waren die Furchen im Erdboden wie Schmierseife. Und dann stand da auch mal eine unbeleuchtete Teermaschine”, berichtet die Anwohnerin. Gleich mehrere Autos aus ihrem Dorf seien bereits auf der Strecke geblieben.
Das 2,1 Kilometer lange Straßenstück zwischen den beiden Penzliner Ortsteilen ist noch nicht lange ein Hindernis-Parcours. Dazu wurde es erst in jüngster Zeit, während der Bauarbeiten auf diesem Abschnitt, bei denen Löcher im Belag gestopft und ausgebessert werden. Da es keinen anderen Ausweg gibt, sind sämtliche Carlsteiner und deren Besucher gezwungen, mit ihren Fahrzeugen auf den (im Sommer) begrasten Seitenstreifen auszuweichen. Wofür der allerdings, ebenso wie für die schweren Bau-Maschinen, offensichtlich nicht geeignet ist und daher mittlerweile im tiefen Matsch versinkt.
Einer, der wie seine Angestellten besonders auf eine reibungslose Zu- und Abfahrt angewiesen ist, ist Steffen Michaels, Betriebsleiter eines Orthopädie-Unternehmens in Carlstein. So quälen sich nicht nur Schulbus, Gülle-Bomber und Privat-Taxis täglich mehrfach durch den Schlamm, sondern auch Lkw mit wichtigen Lieferungen. Der Bäcker habe bereits angedroht, nicht mehr zu kommen.
„Eng war es hier immer, zwei Autos können da nicht nebeneinander fahren. Aber dafür gab es den Sommerweg an der Seite. Der war im Top-Zustand und man konnte dahin bei Gegenverkehr auf der einspurigen Straße ausweichen.” Aber eben nur ab und zu und nicht dauerhaft, macht Steffen Michaels das Dilemma stellvertretend für die etwa 50 Carlsteiner deutlich. Zum Glück habe es zuletzt nicht mehr geregnet, sonst sei die Piste noch schlechter zu bewältigen.
Die Wetter-Frage treibt den Betriebsleiter dennoch um. „Warum hat man die Arbeiten nicht im Sommer gemacht? Dann wäre das in drei Tagen erledigt gewesen. Es ist nicht richtig durchdacht.” Dass überhaupt was geplant war, sei außerdem nicht kommuniziert worden. Michaels: „Sie haben vormittags angefangen, ohne dass wir davon wussten. Die Informations-Politik der Stadt Penzlin war da sehr dürftig.” Nachbarin Silke Lingstädt wird in ihrem Unmut noch deutlicher: „In Marihn kann man von der Teerstraße lutschen. Aber mit Carlstein kann man es ja machen.”
Die Sorgen der Einwohner, dass nun alles so bleibt, will Ulrike Hannemann, Sachbearbeiterin Tiefbau im Amt Penzliner Land, auf Nordkurier-Nachfrage zerstreuen. „Laut Firma sollte bis heute alles fertig und wieder hergerichtet sein. Nun gehe ich davon aus, dass es noch maximal bis Ende der Woche dauert. Wenn uns Carlstein egal wäre, hätten wir die Straße nicht gemacht.”
Und warum wurde so spät losgelegt? Ein Erklärungsversuch: „Die Arbeiten sind erst Ende des Jahres ausgeschrieben worden. Wir haben verschiedene Sachen, die wir abarbeiten wollen, gesammelt und eine Liste gemacht. Nun hat es sich so hingezogen.” Den Ärger der Leute könne sie aber verstehen, so Ulrike Hannemann. „Keine Frage, es ist unglücklich gelaufen. Und dazu das schlechte Wetter.” Den Vorwurf der mangelnden Information kontert die Mitarbeiterin der Amtsverwaltung aber: „Wir haben die Straße nicht voll gesperrt und daher ist es nicht üblich, jeden Haushalt zu informieren.”
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23.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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