Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
15.12.2016

Worauf unser Weihnachtsmann wirklich abpferd

Hiobsbotschaft vom Nordpol: Der Weihnachtsmann tritt in der heißen Phase vor dem Fest in den Ausstand. Fällt nun Heiligabend aus? Lesen Sie im nächsten Kapitel der fiktiven Müritzer Weihnachtsgeschichte, bei der Sie, liebe Leser, gern mitschreiben können, wie der Rauschebart in Ankershagen ein ganz besonderes Tier trifft und dabei ins Rutschen gerät.

Ankershagen. Da stand tatsächlich ein Pferd. Nicht auf dem Flur, sondern mitten auf dem Rasen. Und es war auch nicht niedlich, sondern gewaltig groß. So groß, dass der Weihnachtsmann den Kopf ganz nach hinten legen musste, um dem Tier in die Augen zu schauen. Warum bewegt es sich nicht, dachte er beim Betrachten und zog eine Karotte aus seiner Hosentasche. Seine Notration wollte er gerne teilen. Aber das Pferd machte keinerlei Anstalten abzubeißen.
Erst als der Weihnachtsmann näher trat und dem Gaul am hinteren rechten Bein kraulen wollte, merkte er: Es war aus Holz. Das ganze Geschöpf war aus Holz. Und da fiel es ihm wieder ein. Es war schon ein paar Tage her — er hatte gerade den Rentierschlitten-Führerschein Klasse B abgelegt — da verschlug es ihn an Weihnachten nach Troja. Wenn er sich recht erinnerte, hatte sich eine gewisse Helena Anti-Falten-Creme gewünscht und ein Herr Odysseus wollte literweise Holzleim haben, um damit ein großes Pferd zu bauen. Er hatte die Sache nicht weiter verfolgt — und nun stand dieses Ross vor ihm! Hier, in Ankershagen!
Und die Augen des Bärtigen wurden noch größer, als er feststelle, dass der Schwanz des Tieres eine Rutsche war und er das Schild neben dem Pferd las. Da stand unter anderem geschrieben: „Darum, Ihr Leute über Dreißig, überlegt da oben ganz genau, ob Ihr die Stufen benutzt ganz fleißig oder den Po stoßt Euch blau.” Ein blauer Hintern, das wäre ein Spaß, dachte der Weihnachtsmann — und sogleich fiel ihm das Hexenmal ein. Bevor er sich auf die Rutsche traute, musste er sein Knie checken. Und siehe da, die Zauberkräfte aus Penzlin hatten geholfen: Das Mal war verschwunden.
Frohen Mutes schritt er die Stufen empor, genoss den Blick aus dem Bauch des Pferdes. Dann nahm er kurzen Anlauf und sauste die Rutsche herunter. Was für ein Vergnügen, lange hat er sich nicht mehr so amüsiert. Als er unten ankam, erwartete ihn ein Herr mit Brille. „Guten Tag”, sagte der. „Ich bin Reinhard Witte, Leiter des Heinrich-Schliemann-Museums. Schön, dass Sie nach Ankershagen gekommen sind. Darf ich Sie herumführen?” Der Gast vom Nordpol bedankte sich artig und wollte nicht unhöflich sein. Aber gegen eine weitere Rutschpartie hätte er auch nichts einzuwenden gehabt. Sein Po war nämlich gar nicht blau geworden.
Doch was der Herr Witte zu berichten hatte, zog den Weihnachtsmann schnell in seinen Bann. Dieser Heinrich Schliemann musste ein großer Entdecker und Archäologe gewesen sein — und ein wahres Sprachgenie. „Konnte er auch akzentfrei Eisbärisch?”, wollte der Weihnachtsmann wissen. Aber bei dieser Frage musst selbst ein so schlauer Mensch wie Herr Witte passen.
Nach der Führung durchs Museum und übers Gelände verabschiedete sich der Weihnachtsmann von seinem freundlichen Gastgeber und machte sich auf den Weg zurück Richtung Waren. Vorher sauste er aber noch einige Mal die Rutsche hinab.
Fortsetzung folgt...

15.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de