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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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14.06.2013

Zum Jubiläum Wasser und Bier marsch!

Die Freiwillige Feuerwehr Penzlin hatte vor allem das Durstlöschen im Blick, als im Jahr 1932 fleißig gefeiert wurde. Friedrich Steinke vom Arbeitskreis für Stadtgeschichte hat einen Blick in alte Protokolle geworfen.
Penzlin. Aus Anlass ihres 10-jährigen Bestehens feierte die Freiwillige Feuerwehr Penzlin am 7. Juli 1932 ein Gründungsfest. Großzügig: Der Kamerad Alfred Krull spendete für die Feier 1 ½ Tonnen Bier und 10 Liter Kümmel. Daran sollten sich auch die Wehren der näheren Umgebung erfreuen und wurden förmlich eingeladen.
Mit einer Abstimmung der Wehrmänner wurde entschieden, welches der drei in Frage kommenden Lokale den Zuschlag für die Mittagsversorgung bekommt. Das Ergebnis war eindeutig – elf Stimmen für den „Seehof“, sechs für Harfert, zwei für den „Kaiserhof“. Festgelegt war, dass jeder Kamerad zwei Biermarken erhält und das Festessen eine Reichsmark kostet. Zur Deckung der Unkosten wurden Festabzeichen verkauft.
In einem umfangreichen Festprogramm waren Vorführungen und Veranstaltungen für die Penzliner und Gäste vorgesehen. Ein Zeitungsartikel vom 20. Juli 1932 berichtet ausführlich über die Festlichkeit. Daraus ist unter anderem zu entnehmen, dass sich der Wettergott an diesem Tage nicht von der besten Seite zeigte. Es regnete fast den ganzen Tag.
Angereist waren die Wehren aus Neubrandenburg, Waren (mit eigener Kapelle), Mirow, Neustrelitz, Strelitz-Alt, Lehsten und Malchow. Deputierte hatten die Wehren Teterow, Treptow sowie die Gemeinde Neuhof vertreten.
Mit klingendem Spiel wurden die Gäste empfangen und zum Vereinslokal „Seehof“ gebracht, wo ein Frühschoppen winkte. Stadtrat Abraham begrüßte die Gäste und sprach seinen Glückwunsch zum 10-jährigen Bestehen aus. Brandmeister Scharlott sprach über das Wirken der Wehr seit ihrer Gründung.
Um 11.00 Uhr demonstrierten die Kameraden ihre Einsatzfähigkeit im Rahmen einer Übung am zweistöckigen Pinkus’schen Speicher (heute Möbelbörse). Brandmeister Scharlott erläuterte in einem Festvortrag und mit einer praktischen Vorführung die Gefährlichkeit von Fliegerbomben.
Während der Mittagstafel im „Seehof“ wurden Glückwunschtelegramme verlesen, so unter anderem vom Bürgermeister Dr. Weichardt und den Freiwilligen Feuerwehren Straßburg, Neukalen und Friedland. Um 15.00 Uhr gab es einen Umzug durch die Stadt. Danach erfolgte im „Seehof“ ein Gartenkonzert der Bocherschen Stadtkapelle. Die Warener Feuerwehrkapelle spielte in der neu erbauten Veranda. Die Festbälle fanden abends im „Seehof“ und „Kaiserhof“ mit guter Beteiligung statt.
Resümee vom Verfasser des Zeitungsartikels: „Die in allen Teilen gelungene Veranstaltung zeigte vor allem die Schlagkraft der hiesigen Wehr und immer unter dem Wahlspruch – Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr – die bei Gefahr ihren Mitmenschen Hilfe leisten wird.“
Im Anhang lesen wir: „Die Kostenabrechnung des Festes weist ein Minus von 73,04 Reichsmark auf, das durch eine Spende vom Ehrenmitglied Charles Lange ausgeglichen werden konnte.“

Kontakt zum Autor
red-waren@nordkurier.de
14.06.2013 
Quelle: Nordkurier 

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