Walpurgisnacht in Penzlin

Nach sieben Monaten Bauzeit ist wenige Stunden vor dem Hereinbrechen der Walpurgisnacht der Burghof in „Punschendörp“ wieder seiner Bestimmung übergeben worden.

Penzlin. 

Der Bürgermeister der Kleinstadt im Osten der Müritzregion hat ein Herz für Frauen. Das neue Pflaster auf dem Hof der Alten Burg, jenem Penzliner Wahrzeichen, birgt nicht mehr die Gefahr für Unfälle wie in vergangenen Zeiten, verkündet Sven Flechner (Wählergemeinschaft) am Vorabend des 1. Mai. Keine Unebenheiten mehr, keine „Krater“ zwischen Pflastersteinen und keine „Modder-Gefahr“. Zum Besuch des Burghofes könnten jetzt getrost wieder Stöckelschuhe getragen werden, hieß es zur offiziellen „Freigabe“ des Platzes.

Fast auf den Tag genau sieben Monate haben die Sanierungsarbeiten an und auf dem Platz gedauert. „Die Mühen waren das wert“, sagt Flechner vor zahlreichem Publikum und nennt das Vorhaben „gelungen“. Der Burghof, nicht mehr von Sträuchern und Hecken zerteilt, wirke größer und lasse wieder einen besseren Blick auf die Burg zu. Andersherum, wegen der Fällung von sechs Bäumen auf dem Areal, könne auch wieder ungehinderter von „oben“ auf die Stadt und die Kirche geschaut werden. Rund 240 000 Euro hat die Angelegenheit gekostet, 36 000 Euro davon hat die Stadt bezahlt, den „Rest“ gab das Land dazu. Mehr, als eigentlich geplant, gesteht der Bürgermeister. „Eigentlich“, sagt Sven Flechner, „war nicht geplant, den gesamten Burghof neu zu pflastern. Aber weil bei der Neugestaltung vor 20 Jahren kein vernünftiger Untergrund hergestellt wurde und viele Steine absackten, mussten wir uns dazu entschließen.“ Jetzt sei auch gewährleistet, dass nicht mehr ständig Regenwasser Richtung Burgmauer abläuft und dort für Schäden sorgt.

Neuer Burghof kommt nicht bei allen gut an

Drei ältere Damen, die sich die Rede ihres Bürgermeisters anhören, wissen noch nicht so recht, ob der „neue“ Burghof ihre ungeteilte Zustimmung finden soll. Früher, erzählen sie, luden vor dem Brunnen zwei lange Stufen zum Sitzen ein. Viele Penzliner hätten sich hier gern ausgeruht. Die Stufen seien jetzt weg, bedauern sie. Aber dennoch, wenn sie sich so umsehen, „gewonnen“ hätte die Anlage schon.

Ungeduldig „trampeln“ schon die Hexen auf der Stelle, die sich pünktlich zur Eröffnung des Burghofes einfinden und auf „ihre“ Walpurgisnacht im Schatten der Burg warten. Warum überhaupt große und kleine Hexen in „Punschendörp“ eine ihrer Heimstätten gefunden haben, erklärt unser Leser Hartwig Richter: „Wie sind die Hexen nach Penzlin gekommen – die eigentlich im Harz ihr Fluggebiet haben. Eine Hexe hat sich verflogen und Besenschaden bekommen. Und weil sie keine Werkstatt gefunden hat, ist sie eben hier geblieben.“

Artikel im Nordkurier vom 02.05.2012 von Thomas Beigang

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