| Artikel Nordkurier vom 08.03.2010 |
| Von Franca Niendorf Penzlin. Der Dachboden des Penzliner Jugendclubs könnte ausgebaut werden. Ein Sprungturm am Großen Stadtsee wäre ebenfalls wünschenswert. „Außerdem haben wir keinen Trainer für unsere Volleyball-Mannschaft“, bemängelte Johanna Schiemann. Der 15-jährigen Penzlinerin ist das Angebot für Jugendliche in ihrer Heimatstadt nicht egal. Sie möchte sich künftig noch stärker für die Belange der Penzliner Jugend einsetzen. Und zwar über das am Sonnabend in der Neuen Burg gegründete Jugendforum (der Nordkurier berichtete). Bettina Hoffmann und Danila Sopha vom Jugendregionalmanagement des Kreises warben in feierlicher Atmosphäre um Teilnehmer. Penzlins Stadtpräsident, Gerhard Kresin (FDP), appellierte an die über 100 anwesenden Mädchen und Jungen, sich „mit in die Gesellschaft einzubringen, zum Beispiel in Vereinen wie die Feuerwehr“. Dieses Engagement bedeute gleichzeitig, ein persönliches Netzwerk aufzubauen, was wichtig für die berufliche Zukunft sein könnte. Das Angebot an Vereinen in der Umgebung, in denen Jugendliche tätig werden könnten, hält Sven Rose, stellvertretender Bürgermeister der Stadt, für gut. „Allerdings hapert es an der Infrastruktur. Die Verkehrsanbindungen sind nicht optimal. Bislang müssen Eltern ihre Kinder hin- und herfahren.“ Was daran in Zukunft geändert wird, dazu ließ er nichts verlauten. Dafür bekräftigte Rose: „Mir ist aufgefallen, dass sich die Jugend zu wenig politisch engagiert. Gehört wird nur, wer sich meldet. Nur dann wissen wir um die Belange der jungen Menschen“. Auch Stadtvertreterin Jutta Jenewski (CDU), die gleichzeitig Vorsitzende der Volkssolidarität ist, „vermisst die Jugend in den Stadtvertretersitzungen. Jeder kann schließlich bei der Einwohnerfragestunde dabei sein und seine Bedürfnisse kund tun“. Auf dieses Angebot folgte ein Appell, auch mal darüber nachzudenken, sich für ältere Menschen einzusetzen. „Bislang gibt es noch zu wenig junge Menschen, die sich in diesem Bereich engagieren. Obwohl es doch so einfach wäre“, so Jutta Jenewski. Zu mehr Beteiligung rief ebenfalls die Penzliner Feuerwehr auf, da sie dringend Nachwuchs benötigt. Siebenkämpferin Julia Mächtig, sportlicher Ehrengast neben den beiden Spielern von FC Hansa Rostock, Tobias Jänicke und René Lange, bedauerte hingegen die sinkende Teilnahme in den Sportvereinen. „Wir brauchen euch“, so ihr Aufruf. Dass Einsatzbereitschaft auch einen „guten Eindruck im Lebenslauf einer Bewerbung“ machen könnte, sagte Amtsvorsteher Thomas Diener (CDU), der diese Worte als Unternehmer aussprach. „Mir ist so eine Bewerbung noch nicht auf den Tisch gekommen, aber es wäre wünschenswert.“ Das zeige nämlich, dass jemand engagiert ist und Ziele im Leben verfolgt, was wiederum wichtig Attribute für eine Ausbildung seien. Da hätte Martin Hörhold aus Penzlin gute Karten. Der 22-Jährige engagiert sich seit anderthalb Jahren ehrenamtlich im Jugendclub der Stadt. Er hat festgestellt, dass es oft schwer ist, andere Jugendliche zu motivieren, sich zu beteiligen. „Oft fehlen Ziele und Ehrgeiz.“ Verstehen könne er das nicht, gebe es doch genügend Dinge, die geändert werden müssten. „Sportliche Angebote könnten erhöht werden. Ich muss immer bis Röbel fahren, um Ju Jutsu zu betreiben“, bedauerte er. „Außerdem wollen wir tanzen lernen. Da es dafür keine Schule in der Nähe gibt, könnte vielleicht ein Tanzlehrer herkommen.“ Solche und ähnliche Wünsche hielten etwa 30 Jugendliche auf je einem Formular fest. Das ist die erste Grundlage für die Arbeit des Jugendforums. Ob jeder Wunsch erfüllt werden kann, bleibt offen. |


