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28.11.2018

Jost Reinhold will Penzlin 170 000 Euro spendieren

Penzlins Ehrenbürger Jost Reinhold bietet der Stadt eine sehr großzügige Spende an. Neben einer Gabe für einen Kita-Neubau möchte er nach dem Baumfrevel durch zwei Teenager vor einem Jahr alle Neupflanzungen im Wert von 70 000 Euro bezahlen. Aber nur unter einer Bedingung.

Penzlin. Die Reaktion kam unverhofft. Jost Reinhold ist Penzliner Ehrenbürger und bietet der Stadt nun Hilfe beim derzeit wohl brennendsten Thema an: Den Neubauplänen zur Schaffung von weiteren 60 Kita-Plätzen. Das Angebot macht selbst Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL) für den ersten Augenblick sprachlos. Immerhin bietet der Mäzen Reinhold an, für einen geplanten Kita-Neubau 100 000 Euro spenden zu wollen. Nicht etwa über seine Stiftung, sondern aus seiner Privattasche. Durch die Berichterstattung des Nordkuriers aufmerksam geworden, will er sich als Ehrenbürger der Stadt einbringen.
Hintergrund war, dass der Landkreis den Stadtvertretern ein Ultimatum stellte: Entweder könne man bis zum zurückliegenden Sonntag ein Kita-Konzept samt Betreiber beim Kreis vorweisen – oder aber die Fördermittel in Höhe von 700 000 Euro würden in ein anderes Projekt fließen. Jost Reinhold: „Da ein anderes von mir gefördertes Kita-Projekt im Müritzkreis leider nicht durchsetzbar ist und als Ehrenbürger von Penzlin, der sich unserer Stadt seit bald 90 Jahren sehr verbunden fühlt“, schlägt er vor, den erforderlichen Eigenanteil zur Verfügung zu stellen. Bis zur maximalen Höhe von 100 000 Euro. So sollen die Fördermittel doch noch für Penzlin als Standort gesichert werden können.
„Nach dem Aus des Awo-Neubau-Projekts am Standort der jetzigen Kita Burggarten sind alle Zeichen auf Anfang gesetzt“, sagt Flechner. Ein erneutes Interessenbekundungsverfahren werde aus Zeitgründen nicht mehr möglich sein. Wie es von Kreissprecherin Haidrun Pergande heißt, wurde Penzlin jetzt aber eine letztmalige Fristverlängerung zum Einreichen aller nötigen Unterlagen gegeben – bis zum 31. Dezember.
Das zuvor präsentierte Konzept sah ein Zusammenwirken der Awo Neubrandenburg und Müritz vor. Während der eine die Trägerschaft übernehmen wollte, sollte der andere Part in Neubrandenburg Bauherr sein. Das ist nach der Fördermittelrichtlinie zur Kinderbetreuungsfinanzierung aber nicht möglich (wir berichteten).

Die beiden Teenager sollen bei der Arbeit mithelfen
Mit Reinholds Spende sei die Kommune nun in die Lage versetzt, ein geeignetes Grundstück für den Kita-Neubau anzukaufen. Ein Grundstückseigentümer halte weiterhin seine Bereitschaft zur Umsetzung des Kita-Projekts aufrecht, so Flechner. Bis Jahresende soll zusammen mit dem Landkreis ein Grundstück, ein Projekt mit einem willigen Kita-Träger und die dazugehörige Kostenermittlung stehen. Bereits jetzt stünde fest, dass der Neubau einer Kita deutlich über zwei Millionen Euro liegen werde. In diesem Plan wären vom Träger immer noch rund 1,3 Millionen Euro aufzubringen.
Helfen möchte Jost Reinhold aber auch bei den gefällten 88 Bäumen vor etwa einem Jahr. Neun konnten durch eine Spende bisher schon ersetzt und neu gepflanzt werden. Der Schaden durch zwei Jugendliche betrug damals rund 70 000 Euro. Reinhold würde die übrigen Bäume bezahlen – jedoch nur unter der Bedingung, dass sich die beiden Übeltäter an der Neupflanzung beteiligten. Dies wäre auch im Sinne Flechners, sagt dieser. Würden die Täter von damals nicht selbst beim Pflanzen mitwirken, würden damit falsche erzieherische Signale gesetzt, meint er.
Verurteilt sind die jungen Menschen nicht. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg sprach sich für einen Täter-Opfer-Ausgleich aus. Dessen Rahmenbedingungen zu schaffen, obliegt nun dem dem Jugendamt des Landkreises in Gesprächen mit Tätern und Geschädigten. „Bisher ist das Jugendamt in diesem Punkt nicht auf uns zu gekommen“, bedauert das Stadtoberhaupt. Doch das Geld könnte für den Baumfrevel sinnvoll eingesetzt werden, erklärt Sven Flechner.
Zwei Gesten des Ehrenbürgers Jost Reinhold, die für die Stadt Penzlin unglaublich wichtig sind.

28.11.2018 
Quelle: Nordkurier 

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