Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
07.12.2018

Kirchengemeinde stellt Weichen für kleinere Friedhöfe

Alle sechs Dorffriedhöfe, welche die Kirchengemeinde Möllenhagen-Ankershagen verwaltet, werden deutlich verkleinert. Damit fallen Flächen zur Bestattung weg. Der Prozess wird nicht aufzuhalten sein.

Möllenhagen. Weniger Bestattungen sowie höhere Kosten bei der Pflege sorgen dafür, dass die letzten Ruhestätten in kirchlicher Hand verkleinert werden müssen. Ein emotionales Thema, denn die insgesamt sechs Entscheidungen der Kirchenältesten von Möllenhagen-Ankershagen bedeuten eine Weichenstellung. Teils werden die Auswirkungen erst in einigen Jahrzehnten wirklich spürbar sein. Hintergrund sei der Wandel in der Bestattungskultur. Denn nicht jeder Dorfbewohner werde nach seinem Tod auf dem Friedhof seines Ortes bestattet.
In Dambeck – einem Ortsteil von Kratzeburg – wird der Friedhof mit der Handvoll Grabstellen ganz geschlossen, erklärt Julia Radtke. Sie betreut als Pastorin den Pfarrbereich. Hier werden künftig keine Bestattungen mehr möglich sein. Dambecker können sich dann auf dem kommunalen Friedhof von Kratzeburg bestatten lassen.
Jede Gemeinde muss einen kommunalen Friedhof vorhalten. Das ist auch in Möllenhagen der Fall. Der kommunale Friedhof liegt dort aber in Wendorf. Der Friedhof in Möllenhagen selbst befindet sich in Trägerschaft der Kirche. Auch er soll verkleinert werden. Mehr als ein Dutzend Grabstellen allein hinter der Kirche und entlang eines Seitenstreifens soll es in einigen Jahrzehnten nicht mehr geben. Angehörige brauchen nun aber nicht in Panik zu verfallen. Geschlossene Friedhofsflächen gehören nach wie vor zum Friedhof. Liegezeiten von Grabstätten laufen nach gängiger Regelung ab: für Urnen gelten 20, für Erdbestattungen 30 Jahre. Erworbene Rechte an Grabstellen verschwinden durch die beschlossene Schließung ebenfalls nicht.

Bisher galt Kulanz bei nicht verlängerten Grabstellen
Geschlossene Bereiche können – nachdem keine Liegefrist mehr abgegolten werden muss – entwidmet werden. Die Bereiche gehören dann weiter zum Friedhof, gelten allerdings als Privatfläche. Das heißt: Die Kirche braucht dafür keine Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen. Bis es soweit ist, dauert es aber mitunter Jahrzehnte. Mindestens bis zum Jahr 2048.
Die Kirchenältesten haben es sich beim Festlegen der zu schließenden Flächen nicht leicht gemacht. Zentrale, gut zugängliche Bereiche, die dicht an Straße und Fußwegen liegen, bleiben erhalten. Unzugänglichere würden wegfallen. Pastorin Julia Radtke weiß um die Sensibilität des Themas, unterstreicht aber, dass die Kirchengemeinde im Gegensatz zur Kommune nicht zum Vorhalten von Friedhöfen verpflichtet ist. Mit den Kommunen möchte die Kirche nun allerdings in Kontakt treten, weil sie sich Unterstützung von dort erhoffe. In Möllenhagen könnte sich Radtke beispielsweise vorstellen, Pflegearbeiten durch Gemeindearbeiter der Kommune erledigen zu lassen. Diese böten eine – wie sie hofft – günstigere Alternative zum derzeit beauftragten Einzelunternehmer. Auch finanzielle Hilfe wäre willkommen. Möllenhagens Bürgermeister Thomas Diener zeigt sich auf Nachfrage des Nordkuriers gesprächsbereit. Man wolle unterstützen. Das Wie müsse noch ausgehandelt werden.
Alle Dorffriedhöfe seien verschuldet. Einer sogar im fünfstelligen Bereich, räumte die junge Pastorin ein. Unter dem Gesichtspunkt notwendiger Einsparung muss aber auch festgehalten werden, dass sich die Kirche Geld hat entgehen lassen. Denn unter den nach wie vor rührig gepflegten Gräbern befinden sich nämlich auch einige, deren Liegezeiten bereits abgelaufen sind, ohne dass sie verlängert worden seien.
Eine zweite volle Laufzeit koste im Schnitt mehrere Hunderte Euro. Manche Angehörige verlängerten nicht, pflegten das Grab aber weiter und zahlten lediglich die Friedhofsunterhaltungsgebühr in Höhe von 15 Euro jährlich. „Ein gepflegtes Grab ist repräsentativer als grüne Wiese“, begründet Julia Radtke die bisher geltende Kulanz. Das Thema werde allerdings noch zum Gespräch gemacht.

07.12.2018 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-0
Fax+49 3962 2551-52
d.hoeck@penzlin.de