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29.12.2018

Kita-Bau: Glücksfall auf den letzten Drücker?

Das Penzliner Land zieht Familien an. Um die Kleinsten betreuen zu können, müssen neue Kita-Plätze geschaffen werden. Die Entscheidung, ob dafür 700 000 Euro nach Penzlin fließen, liegt nun beim Kreis – trotz verstrichener Frist.

Penzlin. Fristen verstreichen, Entscheidungen verlagern sich nach hinten – und nun sogar ins neue Jahr hinein. Die Stadtvertreter Penzlins hoffen immer noch auf einen Geldsegen in Höhe von 700 000 Euro. Der Landkreis – er muss für genügend Kita-Plätze Sorge tragen – hofft ein tragfähiges Konzept zum Kita-Betrieb. Die letzte Frist zur Abgabe eines solchen lief am 20. Dezember ab. Bis dahin waren Unterlagen von mindestens zwei Trägern für das Schaffen neuer Kita-Plätze beim Kreis eingegangen, bestätigt Haidrun Pergande, Sprecherin der Kreisverwaltung.
Die Anträge würden nun durch das Jugendamt geprüft. „Mit der Gemeinde ist vereinbart, dass es im Januar eine gemeinsame Beratung geben wird“, so Pergande. Dann werde sich vermutlich auch entscheiden, inwiefern die sechsstellige Fördersumme nach Penzlin oder aber mangels förderfähigem Konzept woanders hin fließen wird.
Das hohe Geldsumme dient der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen. Der Kreis hat nämlich bereits im letzten Jahr ermittelt, dass das Amt Penzliner Land unter dem Luxusproblem des Familienzuzugs „leidet“. Junge Familien bedeuten mitunter eben auch mehr Kita-Plätze. Der Kreis ermittelte einen Mehrbedarf von genau 62 Plätzen. Sie verteilen sich auf zwölf Krippen-, 30 Kindergarten- und 20 Hortplätze. Die Anzahl der fehlenden Hortplätze werde sich nach Aussagen der Jugendhilfeplanung in den nächsten Jahren sogar verdoppeln.
Die zwei Einrichtungen in Trägerschaft von Arbeiterwohlfahrt und Evangelischer Kirchgemeinde platzen beinahe aus allen Nähten. Zum Teil betrage die Wartezeit auf einen Platz für Eltern ein bis anderthalb Jahre, fasst Penzlins Bürgermeister Sven Flechner die aktuelle Situation zusammen.

Standort in der Großen Straße 4 ist nicht geeignet
Ein Neubau wäre nun am zweckmäßigsten. Doch dafür bedarf es eines Grundstückes, eines Trägers und eines Konzeptes. Der Kreis hatte zuletzt immer wieder Fristen gesetzt, bis zu welchem Datum die Träger ihre Konzepte einzureichen hätten. Eine bestand bereits am 20. Juli, dann am 25. November und nun am 20. Dezember.
Zuletzt wurde das von Penzlinern Stadtvertretern bevorzugte Konzept der beiden Awo-Kreisverbände Müritz und Neubrandenburg als nicht förderfähig abgelehnt. Der Bauherr und Fördermittelempfänger müsse schließlich auch der spätere Betreiber sein, hieß es damals vom Kreis zur Begründung. Nach dieser niederschmetternden Nachricht verständigte sich die Stadtvertretung darauf, jedem Konzept den Segen zu erteilen, das dem Jugendamt als geeignet erscheint.
Flechner selbst sieht den nun vergangenen 20. Dezember als Orientierungs- und nicht als Ausschlussfrist. „Da bis zum Jahresende aufgrund der Feiertage nur wenig passieren dürfte, ist mit dem Landkreis beabsichtigt, in der ersten Hälfte des Monats Januar 2019 zusammenzukommen, um die vorliegenden Projekte zu begutachten“.
Unter vielen Penzlinern hält sich die Vermutung hartnäckig, dass die Kita auf den Flächen der Großen Straße 4 gebaut werden könnte, wo derzeit die DDR-Wohnblöcke abgerissen werden und barrierearme Wohneinheiten entstehen sollen. Im Sommer wurde dieser Standort tatsächlich diskutiert, inzwischen aber mehrheitlich aus städtebaulichen Gründen von der Stadtvertretung abgelehnt. Dort sind zweigeschossige Bauten vorgesehen. Hier würde die Kita als Flachbau mit einem Geschoss nicht hineinpassen, so Flechner.
Außerdem befänden sich die Flächen bis dato nicht im Eigentum der Stadt, sondern gehören zum größten Teil den Wohnungsunternehmen. Für einen möglichen Ankauf stünde allerdings der Mäzen und Penzliner Ehrenbürger Jost Reinhold in der Spur. Er erklärte sich bereit, 100 000 Euro zu schenken, wenn die Kita-Situation in Penzlin damit entspannt werden würde. Mindestens 2500 Quadratmeter würden für die Kindereinrichtung jedoch benötigt, rechnet Bürgermeister Flechner vor.

29.12.2018 
Quelle: Nordkurier 

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