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20.12.2018

Möllenhagen möchte potenzielle Varchentiner Verlobte kennenlernen

Kein Vereinsleben, keine Feuerwehr, nicht genug Geld für kommunale Projekte: Die Gemeinde Varchentin sieht sich am Ende ihrer Handlungsfähigkeit und sucht einen Fusions- „Bräutigam“. Möllenhagen möchte nun eine potenzielle Verlobung mit Varchentin anstupsen.

Möllenhagen/Varchentin. Thomas Diener, der Bürgermeister der Gemeinde Möllenhagen, sieht sich nach wie vor von der Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Varchentin, Jana Düring, missverstanden und in Misskredit gebracht. Deshalb hat er sie zur Gemeindevertretersitzung am heutigen Donnerstag, 20. Dezember, zum klärenden Gespräch eingeladen.
Für Unmut hatte letzte Woche eine Äußerung Dürings zur Fusion gesorgt. An einer Verschmelzung mit Varchentin hätte Möllenhagen kein Interesse bekundet, erklärte sie ihren Einwohnern bei der jüngsten Versammlung. Auf Nordkurier-Nachfrage gab die Gemeindechefin allerdings zu, die Fusionsfrage nicht konkret an Diener oder einen Gemeindevertreter Möllenhagens gestellt zu haben. Auch stünde eine Fusion mit Möllenhagen für vier von fünf Gemeindevertretern Varchentins nicht zur Debatte, bestätigte Düring. Sie habe vielmehr mit mehrheitlich getroffenem Beschluss eine Gemeindehochzeit mit Groß Plasten im Auge.
Im Betreff von Dieners formulierter Einladung steht fett gedruckt, dass es sich um die Interessenbekundung zur Gemeindefusion Varchentin handelt. „Um weitere Kommunikationsprobleme zu vermeiden“, schreibt Diener, verschriftlicht er Möllenhagens Interesse an einem Gespräch mit Varchentins Gemeinderepräsentanten.
Ob Düring den Termin wahrnehmen wird, ist unklar. Sie selbst betonte, dass eine Fusion notwendig sei, damit in Varchentin samt seiner zwei Ortsteile wieder etwas passiert und investiert werden kann – zum Beispiel in den kommunalen Straßenbau. Die Entscheidung darüber habe sich die Gemeinde Varchentin nicht einfach gemacht. Man sei seit 2016 zwar nicht mehr in der Haushaltskonsolidierung, aber trotzdem sehe die finanzielle Lage mehr als bescheiden aus. Die Kassen seien leer, die Lebensqualität in der Gemeinde leide etwa durch die fehlende Feuerwehr, keinerlei Vereinsleben oder Kita und Grundschule. Alles Aufgezählte fände sich jedoch sowohl in Groß Plasten als auch in Möllenhagen.
Düring und drei weitere Gemeindemitglieder plädierten ebenfalls für eine Fusion mit Groß Plasten, weil man damit nach der Verschmelzung im Amt Seenlandschaft bleiben könnte. „Wir wollen, dass unser Amt bestehen bleibt und andere Gemeinden durch unsere Fusion nicht mehr leiden müssen“, sagte Düring gegenüber dem Nordkurier und spielte auf eine potenziell steigende Amtsumlage der dann noch zwölf Gemeinden im Amt Seenlandschaft an, wenn Varchentin zu Möllenhagen wechseln würde. Übrigens: Wer freiwillig verschmilzt, erhält vom Land einmalig 400 000 Euro.
Würde Varchentin den Pakt mit Möllenhagen eingehen, kämen zu den zehn Ortschaften, die zur Gemeinde Möllenhagen derzeit gehören, weitere drei. Während nun also Thomas Diener am 20. Dezember um 18 Uhr am Markt 12 ins Möllenhagener Verwaltungsgebäude zum Reden einlädt, wollen sich auch die Carolinenhöfer an jenem Donnerstagabend organisieren. Sie fühlen sich von der Fusionsentscheidung mit Groß Plasten in ihrer Meinung übergangen und fordern von ihrer Gemeinde Varchentin, dass mit allen Bürgermeistern angrenzender Gemeinden ein Gespräch geführt wird. Dabei sollen die Fusionsvor- und nachteile auf den Tisch gepackt werden.

20.12.2018 
Quelle: Nordkurier 

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