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24.11.2018

Mit Silo-Konstrukten, Druckbarometern & Co. bis zum Raumschiff

Die 56-jährige Heike Gerling aus Zahren tüftelt fantasievolle Sachen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Träumen anregen. Neben ihrem Raumschiff – als Dauerprojekt entstanden – gibt es zahlreiche Einzelprojekte, die sie in den letzten Monaten umgesetzt hat.

Zahren. Vorsicht gilt beim Betreten der Zahrener Erlebniswerkstatt von Heike Gerling. Dort könnte der Besucher nämlich nicht mehr aus dem Staunen herauskommen. Das Reich der 56-Jährigen strotzt vor eigenen Kreationen. Eintreten in eine Welt, in der die Saiten des Eierschneiders zur Harfe umfunktioniert sind und aneinandergebundene Raclette-Pfannen einen Ziehharmonika-Effekt aufweisen. Eine Fantasiewelt, die Kinder begeistert und Erwachsene wieder in die Kindheit zurückversetzt. Gleich am Eingang des Hofes bei Ankershagen wird der Gast von einem skurril aussehenden Objekt mit hölzernen Augenhöhlen und einer Pupille aus lackierten Glassteinchen begrüßt. Für Heike Gerling heißt dieser Jemand „Mr. Blickig“, der im 360-Grad-Winkel eben alles rundherum im Blick hat.
Das Besondere: Die gelernte Gas- und Wasserinstallateurin kauft das wenigste an Materialien zu. Sie schöpft aus dem, was ihr Freunde, Bekannte und immer mehr auch Fremde bringen. Hier einen Holzbalken, da einen Silotrichter, dort alte Wasserhähne, Regler, Türklinken, Lianenholz aus Bali, Druckmessgeräte und vieles mehr. Direkt neben der Eingangskonstruktion befindet sich ein Werktisch. Dort steht eine Kiste mit Samen aus den Tropen. Strandmuscheln sind dabei und eine Baby-Kokosnuss. Gerlings Fantasie scheint unersättlich, ihr Drang, sich Neues wie das Drechseln autodidaktisch anzueigenen, ebenfalls. Ihre Familie staunt nur noch über das, was Heike Gerling schafft. Dort sei die Vorstellungskraft etwas eingerostet, wenn es um neue Verrücktheiten geht. Etwas schon Dagewesenes nachzubauen, ist nicht Heike Gerlings Ding. Gegen das Bauen nach Vorgaben oder gar Anleitungen hege sie eine „handwerkliche Allergie“. Zusammenzuschrauben, was ihr in den Kram passt – abseits der Norm – das ist ihr Bestreben. Das macht sie nicht nur in ihrer Familie zu einer Rarität. Denn: So verrückt wie sie sei nachweislich niemand in ihrer Verwandtschaft. Dort aber ist man es gewöhnt, die Blondine auf Messen und als „Tüftlergenie“ in den Medien zu sehen.

Die begeisterte Tüftlerin geht mit wachsamen Augen durch die Natur
Mit der Erlebniswerkstatt erfüllt sie sich ihren persönlichen Lebenstraum. Die Idee im Kopf bleibe so lange dort, bis sie alles Notwendige für ein Werk zusammen habe, sagt sie. Und das kann schon mal mehrere Monate dauern. „Als ich diesen Konstruktionsbalken sah, wusste ich sofort, dass das ein Raumgleiter werden soll“, führt sie durch ihr überdimensionales Indoor-Spielareal.
Der Holzbalken bildet die Basis für den Raumgleiter und blieb auf einer privaten Baustelle schlichtweg übrig. Darauf sind inzwischen zwei schwarze Sitze montiert. Daneben „Raketenantriebe“, hergestellt aus Parkplatzlampen. „Ganz wichtig für die Kinder ist aber der Diamantantrieb“. Auf einer Scheibe sind Dutzende bunte Steinchen zu erkennen. In der Vorstellung der Kinder sind es Diamanten.
Was drinnen nicht mehr hineinpasst, wird draußen aufgebaut. Zu den größeren Exponaten gehört ein Raumschiff. An dem baut sie seit anderthalb Jahren. Wann es fertig ist, bleibt unklar. „Aber man kann schon darin schlafen“, verkündete sie erste erfolgreiche Probeläufe, die vor kurzem stattgefunden haben. Das „Raumschiff“ besteht aus einem sechseckigen Aussichts- und Aufenthaltsraum. Sogar mit umlaufendem „Balkon“, der noch eine Reling bekommen soll, damit beim Hinaustreten nichts passieren kann. „Unten kommt das Shuttle hin“, zeigt sie auf einen Trichter eines Silos, den ihr Dritte haben zukommen lassen. Zu dem, was jetzt noch fehlt, gehören Armaturenbretter, auf denen gedreht und gedrückt werden kann und wo dann Lichter leuchten. Das soll die Kinder begeistern.
Eine Antwort, woher die vielen Ideen kommen, hat Gerling nicht. „Ich bin so geboren worden“, lächelt die Tüftlerin, die mit wachsamen Auge durch die Natur geht. Mit diesem wachen Blick ist sie auf eine bereits skelettierte Wirbelsäule einer Kuh gestoßen. Daraus entstanden mit schwarz-weißen Farbklecksern nun Wirbelkühe und -rochen. So wie auch diese Kreation eine Neuheit ist, werden weitere folgen. Wird der Platz für neue Installationen zu klein, werde schlichtweg gewechselt, hält Gerling eine einfache Lösung parat.
Kontakt zur Autorin
s.salzmann@nordkurier.de

24.11.2018 
Quelle: Nordkurier 

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