Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
22.12.2018

Straßen sind fertig, aber die Kostenfrage bleibt offen

Eine Anlieger- und eine Verbindungsstraße in Penzlin wurde insgesamt für mehr als 350 000 Euro saniert. Sorgenfreie Gesichter sieht man deswegen aber nicht überall. Im Lindenweg regen Anrainer einen Vorschlag an, mit dem sie sich arrangieren könnten.

Penzlin. Das Ehepaar Janke ist stolz auf das Bild, das die neu gemachte Straße vor ihrem Grundstück im Lindenweg nun bietet. Erstmals ist der einstige Sandweg befestigt. Im Sommer wirbeln beim Befahren keine Staubwolken mehr umher, die Wüstenflair verbreiten. Bei starken Regengüssen versinken die Fahrzeuge nicht mehr im Schlamm. Keller bleiben trocken. „Wir sind schon zufrieden“, sagt Manfred Janke bei der offiziellen Freigabe. Damit sich die etwa 120 Meter lange Straße aber jetzt nicht zum Raserrevier entwickelt, gilt eine verkehrsberuhigte Zone mit Fahrbahn-Einengungen.
Allerdings bleibt die Frage, was das Ehepaar als Anlieger für die neue Straße mit farbigem Betonpflaster, neuem Regen- und Schmutzwasserkanal, LED-Leuchten et cetera als privaten Ausbaubeitrag für den kommunalen Straßenbau zahlen muss, weiter fraglich. Die gesamten Baukosten liegen bei rund 326 000 Euro. Da es sich um eine Gemeindestraße handelt, müssen auch die elf Anwohner tief in ihre Brieftaschen greifen. Sie müssen laut noch geltendem Recht 75 Prozent der Ausbaukosten tragen.

Andere Anlieger zahlen nur einen Bruchteil der Kosten
Darum werden wohl auch die Jankes nicht herum kommen – obwohl das Land die Anwohnerbeiträge kippte. Das aber soll erst mit Wirkung vom 1. Januar 2020 in Kraft treten. Über eine mögliche Übergangslösung kann die Stadt mangels Informationsstand auf politischer Ebene noch keine verbindliche Aussage treffen.
Die Stadtvertreter verlassen die sanierte Straße nach der offiziellen Übergabe deshalb mit einem Anwohnerwunsch: „Können wir wenigstens zum ersten Baukostenpreis zurückkehren?“, fragt Silvia Janke, die sich eigentlich wünscht, dass sie von den Anwohnerkosten verschont bleiben. Allein für ihr 500 Quadratmeter großes Grundstück müsste Familie Janke nach der bisherigen Berechnung (13,70 Euro pro Quadratmeter) 6850 Euro zahlen – nach dem Anstieg der Baukosten sogar 10 355 Euro. Das wären rund 3500 Euro mehr. Viel Geld für die Familie.
Besser als die elf Anwohner des Lindenweges haben es die Penzliner, die am Verbindungsweg zwischen Turm- und Speckstraße, dem „Steinberg“, liegen. Rund 26 900 Euro wurden in die Neugestaltung des Weges mit dem Gefälle von 13 Prozent gesteckt. Der Weg liegt im Sanierungsgebiet der Stadt – das bedeutet, die Anlieger zahlten keine Baukosten, sondern leisteten Ausgleichszahlungen. Die orientierten sich am Mehrwert, der ihnen für ihr Grundstück durch den neuen Weg entstünde. Das seien laut Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL) lediglich mehrere Hundert Euro. Sicherlich aber wird der Steinberg künftig stark frequentiert, ist sich Sven Flechner (WPL) sicher. Immerhin liegt er direkt am Museum des Dichters und Übersetzers Johann Heinrich Voß.

22.12.2018 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-0
Fax+49 3962 2551-71
u.ross@penzlin.de