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27.01.2020

Agrarbetrieb setzt auf erneuerbare Energie

Ein Penzliner Agrarbetrieb will bei Zahren eine große Fläche mit Photovoltaik bebauen. Bei einer Einwohnerversammlung stellten die Zahrener ihr Verhandlungsgeschick unter Beweis.

Zahren. Den Penzliner Ortsteil Zahren zeichnet in diesen Tagen vor allem eines aus: Verhandlungsgeschick. Die kleine Ortschaft ist von vielen Äckern umgeben. Bislang wurden auf den landwirtschaftlichen Flächen etwa Weizen, Gerste, Raps und auch Mais angebaut.
Doch nun will der Landwirtschaftsbetrieb Kohn mit Sitz in Penzlin einen riesigen Feldblock aus der Bewirtschaftung herauslösen – und darauf Photovoltaikanlagen setzen. Das kleine Zahren wäre dann südlich und südwestlich nahezu umzingelt von Energieanlagen. Auslöser, die Landwirtschaftsflächen umzunutzen, seien drei „extrem schlechte Erntejahre“ für den Betrieb in der jüngsten Zeit, so Betriebs-Prokurist Bernd Kohn.
Das etwa 96 Hektar große Plangebiet, wovon ungefähr 83 Hektar zur Bebauung mit Photovoltaikanlagen genutzt werden soll, wird von landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie einem Waldgebiet umschlossen. Wird das „Sondergebiet Photovoltaikanlage Zahren“ genehmigt, könnte die geplante Anlage künftig die CO2-Ausschüttung um rund 40 000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Eine Baugenehmigung steht noch genauso aus wie das Votum der Stadträte. Aber die betroffenen Bürger konnten schon sehr frühzeitig ihre Wünsche äußern. Eine zweite Einwohnerversammlung brachte einen Konsens, wie Ortsteilvorsteher Hans-Peter Herse auf der Sitzung der Penzliner Stadtentwickler erzählt.
Zu den größten Pluspunkten gehört die Aussicht auf Straßen, über die keine landwirtschaftlichen Maschinen mehr fahren. Die über 100 Jahre alte, sehr marode und schmale Straße wird so nun endlich geschont, genauso wie die Nerven einiger Anwohner. Flächen, auf denen keine Photovoltaikanlagen stehen werden, müssen zwar immer noch bewirtschaftet werden. Dafür aber, erklärte Bernd Kohn, lege das Unternehmen auf eigene Kosten einen Schotterweg an, der um das Dorf herum führe. Ergo: „Der gesamte landwirtschaftliche Verkehr bleibt dem Ort fern“, so Kohn.

Einmalzahlung für private Anlagen
Hinzu kommen Bienenweiden und sogar ein Bürgergarten, deren Anlegen der Landwirtschaftsbetrieb den Zahrenern zusichert. Mit Punkten wie diesen und auch Baum- und Strauchhecken wolle der Betrieb Befürchtungen ausräumen, dass ein sanfter Tourismus in dem Ort sich komplett ins Negative verkehrt, weil Touristen wie Anwohner permanent auf die Module blickten. Auf Wunsch der Einwohner bekämen die Zahrener sogar eine Obstbaumkoppel.
„Wir haben viele Punkte erreicht, die uns wichtig waren“, sagt Ortsoberhaupt Herse. Die Forderungen nach einem direkten Strom-Vorteil für die Anwohner lief jedoch (fast) ins Leere – denn natürlich kann der Betrieb keine Energie verschenken.
Doch auch in diesem Fall gibt es, wie Hans-Peter Herse sagte, einen Kompromiss. Der Agrar-Betrieb wird für jedes Haus einmalig zwischen 2000 bis 3000 Euro zahlen, damit sich die Zahrener selbst eine Photovoltaikanlage auf ihre Dächer holen können. Die Einmalzahlung könnte dafür ein probater Zuschuss sein. Neben den dann sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen aus der im Jahr 60 Megawatt produzierenden Anlage sicherlich eine der größten Errungenschaften, die auf einem frühen Dialog mit den Einwohnern fußen.
Wie viele potenzielle Einnahmen die Anlage dem Unternehmen sichert, wollte Bernd Kohn nicht sagen. Aber mit optimistischem Denken hält der Prokurist einen Baustart für die Photovoltaikanlage im kommenden Jahr für möglich.

Kontakt

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Amt für Hauptverwaltung und Bürgerdienste
Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Schule
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