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25.01.2019

Baumfreveler immer noch ohne Strafe

2017 sägten Jugendliche aus Langeweile bei Penzlin 88 Bäume ab. Eine Strafe lässt noch auf sich warten.

Penzlin. Bei der Bestrafung der zwei Baumfrevler im Penzliner Raum scheint gehörig was schiefzulaufen. Die Tat hat sich im November und Dezember 2018 zum ersten Mal gejährt und die Hauptakteure, die 88 Bäume abgesägten oder umknickten, sind immer noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden.
Der Bürgermeister von Penzlin, Sven Flechner (WPL), kann darüber nur den Kopf schütteln. Immerhin war der Vorfall auch finanziell kein Pappenstiel. Der Schaden wurde auf ungefähr 7000 Euro beziffert. „Das beide noch nicht bestraft worden sind, ist kein Ruhmesblatt für die Neubrandenburger Justiz“, kritisiert er. „Das dauert einfach zu lange!“
Mitte August 2018 wurde das Gerichtsverfahren vorläufig eingestellt, da eine Jugendamtsdezernentin einen Täter-Opfer-Ausgleich empfahl. Diesem Vorschlag folgte das Gericht. Grundsätzlich solle sich der Ausgleich wegen des Sühne-Effektes nicht über Jahre, sondern allenfalls über Monate erstrecken.
Aus Langeweile zerstörten die Jugendlichen die Bäume entlang Gemeindestraßen und an Radwegen. „Das war weder eine Kleinigkeit noch eine Niedlichkeit“, macht Flechner auch auf öffentlichen Veranstaltungen seinem Ärger über die noch ausstehende Konsequenz Luft.
Woran es genau hapert, bleibt teils nebulös. Fest steht, dass das Gericht dem Jugendamt des Kreises die Aufgabe des Ausgleiches übertragen hat. Dieses legt nun fest, welche Buße die damals 15- und 17-Jährigen ableisten müssen. Aus der Pressestelle des Kreises heißt es von Sprecherin Haidrun Pergande jedoch, dass die Täter-Opfer-Ausgleich-Verfahren aus verschiedensten Gründen noch nicht abgeschlossen seien. „Auch der Rechtsbeistand der Gemeinde benötigt noch etwas Zeit“, begründet sie, weshalb man gegenwärtig keine weiteren Informationen geben könne. Ob es also bereits eine Zusammenkunft zwischen Tätern und Vertretern der Kommunen gegeben habe, bleibt unbeantwortet. Nach Nordkurier-Informationen soll einer der beiden Verursacher inzwischen einer Ausbildung machen.
Ein Griff ins Portemonnaie der mittellosen Täter werde wohl kaum möglich, ist sich Flechner bewusst. Ganz und gar unrealistisch wäre die Vorstellung, dass die jungen Leute oder deren Familie die gesamte Schadenssumme berappen. Er würde sich daher wünschen, dass die Verantwortlichen den angerichteten Schaden zu spüren bekommen. Nach seiner Vorstellung könnten und sollten die beiden beim Pflanzen helfen. Das sei jedoch schon aus Versicherungsgründen schwierig, weiß er auch.
Allein könne Penzlin den Schaden aber nicht begleichen. Das gehe nur durch Spenden. Dadurch konnten zunächst neun Winterlinden gesetzt werden. Jost Reinhold hat dazu als Ehrenbürger 20 000 Euro gespendet.

25.01.2019 
Quelle: Nordkurier 

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