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27.11.2019

Baumfrevler wollen neu pflanzen – dafür winkt eine Riesen-Belohnung

2017 haben zwei Jugendliche 88 Bäume gekappt, am Freitag werden sie eigenhändig welche pflanzen. Dafür könne sie wohl schuldenfrei in ihr Erwachsenenleben starten.

Penzlin. Wenn es irgendwo finanziell an der Müritz klemmt, so ist der Mäzen Jost Reinhold mit seiner Stiftung oder aber als Privatperson zur Stelle, um zu helfen. Das zumindest kann man meinen. Im Fall der Baumfrevler öffnet der Spender, dessen Heimatwurzeln im Penzliner Land liegen, nun erneut seine Brieftasche. Darauf gibt Reinhold sein Ehrenwort.
Dafür aber fordert er mehr als nur ein reuiges Lippenbekenntnis von den beiden Jungs, die im November und Dezember 2017 über mehrere Tage nahe Penzlin und zwischen den Ortschaften Mallin und Passentin 88 Bäume absägten und so künstlich Gefahrenquellen für andere schufen. Zwei Jahre nach der Tat erfüllen die verurteilten Strolche am bevorstehenden Freitag nun Reinholds einzige Bedingung, damit der Mäzen selbst jene Kosten bezahlt, welche die Jugendlichen für ihre Tat sonst hätten jahrelang abbezahlen müssen.
Der Deal: Jost Reinhold bot für den Baumfrevel seine finanzielle Unterstützung an. Die Jugendlichen sollten als erzieherische Maßnahme für das Fällen neue Bäume selbst pflanzen. Zeitnah, damit die Lektion Wirkung zeige. Als sich zuletzt auch noch ein angedachter Täter-Opfer-Ausgleich erst monatelang ergebnislos hinzog und letztlich scheiterte, zog der Stifter sein Angebot, für den Schaden aufzukommen, im Februar 2019 zurück.
Inzwischen sind die heute 17- und 19-Jährigen vom Amtsgericht Waren zu jeweils 100 Arbeitsstunden verpflichtet worden. Unabhängig davon werden sie aber am Freitag ab frühmorgens im Penzliner Stadtwaldgebiet Hufen beim Pflanzen von Bäumen tatkräftig mithelfen. Im Gegenzug begleicht Reinhold den Schaden der betroffenen Kommunen Penzlin und Kuckssee vollständig – um den Jungtätern damit eine schuldenfreie Zukunft ermöglichen.

Reinhold: „Jungs müssen einen Arbeitstag bei der Neupflanzung mitwirken“
Hätte die Geschichte kein positives Ende bekommen, hätten die geschädigten Kommunen Schadensersatz von den jungen Männern verlangt. Anwälte bereiteten sich schon auf das zivilgerichtliche Verfahren vor. Ein Gutachten hatte eine Schadenssumme von 70 000 Euro festgestellt. Rund 55 000 Euro müssten laut einem neuenGutachten aufgebracht werden, damit der Schaden kompensiert werden würde.
Jost Reinhold hilft nun, aber nur, weil er weiß, „dass sie die Tat aufrichtig bereuen“. Dem Penzliner Mäzen war es von Anfang an wichtig, dass sie ihre Schandtat bereuen. „Meine Bedingung sehe ich als erfüllt an, wenn die Jungs einen vollen Arbeitstag bei der Neupflanzung aktiv mitwirken“, formulierte er an die Stadt Penzlin.
Letztere gab nun die Initialzündung, um die unendliche Geschichte zu einem akzeptablen Ende zu führen. Beide Täter hätten sich einsichtig und willens gezeigt, beim Pflanzen aus freien Stücken – aber mit Aussicht auf Belohnung – ihre Muskeln spielen zu lassen. Die Penzliner Anwälte setzen derweil eine außergerichtliche Vergleichsvereinbarung auf. Begleicht Reinhold den Schaden, brauchen sich die Jungs auf keine weiteren, gegen sie gerichtete Schadensersatzansprüche einzustellen, versichert Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL). Man prüfe gegenwärtig nur noch, inwieweit den Jungtätern die angefallenen Anwaltskosten in Höhe von insgesamt rund 5000 Euro auferlegt werden.

27.11.2019 
Quelle: Nordkurier 

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