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14.08.2019

Das neue Alte gibt einen Einblick ins Troja vergangener Zeiten

Verstaubt war gestern. Sieben Wochen nach der Eröffnung steuert das Schliemann-Museum nach Jahren sinkender Besucherzahlen auf einen neuen Rekord zu. Diese neuen Exponate verführen zum Besuch.

Ankershagen. Trojaner kommen in Ankershagen nun voll auf ihre Kosten. Im Schliemann-Museum erwartet Troja-Interessierte seit Neuestem eine Fachwerk-Vitrine. „Das sind allesamt originale Funde aus den Schliemann-Sammlungen“, deutet die Museumsleiterin Undine Haase auf den Blickfang im sogenannten Troja-Raum des Museums.
Insgesamt befinden sich zwischen den neu konzipierten Glasfronten 94 Ausstellungsstücke, mindestens 4000 Jahre haben die Exponate auf dem Buckel.

50 neue Exponate aus Berliner Museum
Haase bleibt vor einem scheinbaren Trinkbecher mit Deckel stehen. Das Gefäß „begrüßt“ den Besucher mit modellierter Nase, herausgearbeiteten Augen und einer vermeintlichen Zipfelmütze aus Ton. Das, was im Volksmund auch mal als „Zipfeldeckel“ bezeichnet wird, ist bei Wissenschaftlern unter dem Namen „Stülpdeckel mit Gesicht und Zipfel“ bekannt. In der sogenannten Schicht II fand Heinrich Schliemann – der Entdecker Trojas – solche Gefäße. Heißt: Sie stammen etwa aus der Zeit um 2500 vor Christus. In dieser Schicht, in der auch derartige Stülpdeckel entdeckt wurden, soll laut Haase auch Schliemanns größte Entdeckung, der Schatz des Priamos, aufgetan worden sein.
Erstmals können solche exklusiven Funde auch in Ankershagen ausgestellt werden. Möglich geworden ist das durch das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Rund 50 Neuzugänge – darunter eben auch der Stülpbecher – aus dem Museum haben den Weg nach Ankershagen gefunden, wo zuvor rund eine halbe Million Euro in das Museum investiert worden war. Allein diese historisch wertvollen Deckel haben einen Versicherungswert von rund 13 000 Euro.
Zu bewundern gibt es nun auch eine weit größere Auswahl an größeren Depas. Dabei handelt es sich um doppelhenklige Trinkgefäße. Diese Exponate sollen – wie auch sogenannte Deckelamphoren mit Ringhenkel – aus der Zeit von vor rund 2500 vor Christus stammen.

Mehr als 5500 Besucher kamen nach der Neueröffnung
Ein riesiges, etwa hüfthohes Gefäß ist seitlich vor der Vitrine drapiert. Ein sogenannter Pithoi. „Früher waren diese Gefäße bis zur Hälfte in der Erde eingegraben, um damit Weizen oder Wein zu lagern, die Kühle brauchen“, erklärt die Museumsleiterin den Sinn hinter der Gefäßkonstruktion.
Wer nach dem Schatz des Priamos sucht, kann auch den in Ankershagen finden. Aber, hakt Haase ein, die goldenen bauchigen Kännchen, die Sauciere und insbesondere auch das Diadem seien natürlich eine Replik. Das Diadem hat ein Erfurter Schmiedemeister aus mehr als 16 000 Goldplättchen zusammengesetzt. Wer den originalen Schatz bestaunen möchte, muss ins russische Puschkin-Museum nach Moskau fahren.
In welcher Zeit das Sprachgenie lebte (Schliemann beherrschte 20 Sprachen), wird in der lebendigen und digitalen Ausstellung deutlich herausgearbeitet. In jedem der zehn Räume finden sich Schliemann-Zitate zu verschiedenen Stationen seines Lebens. Genau das war beabsichtigt, erklärt Haase. „Wir wollten ihn sprechen und erzählen lassen“, beschreibt sie das Ansinnen bei der Neugestaltung. Dass dieser Plan aufgeht, bewiesen schon die ersten sieben Wochen nach der Neueröffnung: Mehr als 5500 Besucher strömten da ins Museum – so viele wie wie sonst zur Saisonhalbzeit.
Kontakt zur Autorin
s.salzmann@nordkurier.de

14.08.2019 
Quelle: Nordkurier 

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