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04.07.2019

Die fleißige Gärtnerin von Bocksee

Die Hitze und der ausbleibende Regen machen so manchem Gärtner zu schaffen. Wie steckt das jemand weg, dessen Garten über 4000 Quadratmeter groß ist?

Bocksee. Neugierig schauen die beiden Radfahrer über die Hecke. Die hat Heidemarie Waller extra so kurz geschnitten, dass jeder, der durch Bocksee kommt, einen Blick in ihren Garten werfen kann. Der ist nämlich schon lange ein bekannter Hingucker. „Auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen sind viele unterwegs in Richtung Havelquelle oder zum Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen“, sagt Heidemarie Waller. Seit 2001 beackert die ehemalige Krippen-Erzieherin aus Waren das Grundstück, das mehr als 4200 Quadratmeter umfasst und mitten in Bocksee an einer Kreuzung zu finden ist.
Früher hat dort ein Kulturhaus gestanden. „Meine Kinder haben mir verraten, dass sie dort auch mal bei einer Veranstaltung waren. Das wusste ich gar nicht“, sagt die Rentnerin. Als das Kulturhaus abgerissen wurde, war das große Grundstück Brachland. Doch Tag für Tag hat sich die 76-Jährige über die Jahre ein grünes Refugium und eine zweite Heimat geschaffen. Hier verbringt die Warenerin beinahe mehr Zeit als im Heilbad an der Müritz.
Obwohl das Anwesen viel Arbeit abverlangt, sei es dennoch keine Last, betont Heidemarie Waller. Im Gegenteil: „Für mich ist das die Welt“, sagt sie stolz. Die Bewegung tue ihr gut. Der Garten ist für sie Freiheit und Freiraum, den sie gestalten kann. Erst ist der Kopf bei der Arbeit ganz viel unten und dann darf sich auch mal in den Wintergarten mit den großen Fenstern oder auf eine Bank gesetzt werden, um den Anblick zu genießen. Schon als Kind habe sie Interesse fürs Grün bekommen, sagt sie.
Zum Altbestand der 15 Robinien und drei Linden sind viele weitere Bäume dazu gekommen. „Wenn die Robinien blühen, ist alles weiß. Ein Gedicht. Und wenn die Linden blühen, riecht der ganze Himmel danach“, sagt die Rentnerin. Ihr Garten zieht nicht nur die Blicke der Urlauber an, sondern auch Bienen, Frösche, Vögel, Schmetterlinge und Igel. 2016 hat sie die Anerkennungsplakette „Natur im Garten” vom Landschaftspflegeverband Mecklenburger Endmoräne in Alt Schwerin bekommen.
Die Warenerin gärtnert mit Kompost, Grünschnitt und Rindenmulch. Bei den Rosen schwört sie auf Pferdemist. Schädlinge an den Blumen werden mit Brennnesselbrühe wirksam bekämpft. Was Natur ist, soll Natur bleiben. Gepflasterte oder gar betonierte Wege gibt es nicht.

Wässern oder lieber nicht?
Einen Brunnen hat Heidemarie Waller auch nicht. Gegossen wird nur mit Regenwasser und das ist knapp geworden in den vergangenen Wochen. Dennoch blüht es an allen Ecken. „Je mehr man wässert, desto höher kommen auch die Wurzeln“, sagt die Frau mit dem grünen Daumen. Was die Trockenheit nicht übersteht, muss eben weg. So einfach ist das. Bisher sei es aber noch nicht so schlimm, dass sie Pflanzensorten wechseln müsste.
Die 76-Jährige kann auch richtig anpacken. Egal, ob sie mit dem Rasentraktor über das Anwesen kurvt, oder die Holzbretter des Ferienhauses und des Carports schrubbt und neu streicht – zu tun gibt es immer was und Hilfe wird nur dann geholt, wenn es sein muss. So wie kürzlich, als sich einige Lindenäste über das Grundstück neigten und abgeschnitten werden mussten. „Ich habe beim Bürgermeister angerufen und am nächsten Tag wurde das erledigt. Wirklich toll“, lobt Bocksees Gärtnerin. Gern steht sie am Zaun und hält einen Plausch mit Urlaubern oder den Leuten aus dem Dorf. Das sei auf dem Land anders als in der Stadt.

04.07.2019 
Quelle: Nordkurier 

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