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23.01.2020

Diskussion um Kita geht weiter

Wo könnte eine von Penzlin gebaute Kita stehen? Ein zentraler Standort nahe der Schule fand mehrheitlich bei den Stadtentwicklern keine Zustimmung.

Penzlin. Einige Eltern in Penzlin schöpfen derzeit Hoffnung, wenn sie sich die Diskussionen der Lokalpolitiker vor Ort anhören. In den Ausschüssen wird nämlich über den Neubau einer Kita geredet. Solch eine Einrichtung kommt natürlich nicht von heute auf morgen, soll aber mittelfristig mit Blick auf die nächsten fünf Jahre in die Planungen mit aufgenommen werden. Fünf Standorte wurden bereits auf ihre Vor- und Nachteile überprüft. Zu einem von der Verwaltung präferierten Standort gehört die Warener Straße 1-2. Der leer stehende Gebäudekomplex – früher Hotel, dann Gewerbestandort – liegt direkt an der Hauptverkehrsader, die durch Punschendörp führt, und zugleich nur wenige Hunderte Meter von der Regionalschule mit Grundschulzentrum entfernt.
Doch der vorbereitete Beschlussvorschlag der Verwaltung, den Neubau einer Kita samt Hortstätte an der Warener Straße 1-2 weiter vorrangig zu verfolgen, wollte die Mehrheit der Penzliner Stadtentwickler den Stadtvertretern nicht ans Herz legen. Das wurde bei der Sitzung des entsprechenden Ausschusses am Dienstagabend deutlich. Mitglied Matthias Gößler (CDU) befürchtet etwa ein Verkehrschaos und gefährliche Situationen, da das Objekt von drei Straßen umgeben ist. Genau wie Fritz Krüger (Linke) wünscht er sich zunächst eine aktuelle Bedarfsermittlung, wie viele Kinder die Einrichtung besuchen würden.
Als wohl größten Pluspunkt, der für das Objekt spricht, nannte Stadtentwickler Frank-Uwe Goldenbaum (WPL) das Verschwinden eines Schandfleckes in der Innenstadt. Eine Einrichtung am dortigen Ort wäre daher aus stadtplanerischer Sicht wünschenswert. Hinzu käme eine ordentliche finanzielle Entlastung für das Stadtsäckel, wenn Penzlin an diesem Standort eine Einrichtung für 60 bis 80 Kinder bauen würde. Denn das Gebäude liegt im Sanierungsgebiet. Heißt: Im Falle einer Sanierung des Gebäudes könnten dafür Städtebaufördermittel abgerufen werden, nannte Penzlins Bauamtsleiterin Jacqueline Antony einen ausschlaggebenden Grund, der für die Warener Straße 1-2 spricht.
Mit einer Empfehlung sah Ausschussvorsitzender Sven Rose (SPD) jedoch die Gefahr, dass andere in Betracht kommende Standorte etwa am Stadtrand oder an der Großen Straße unweit des Kompetenzzentrums für ältere Menschen in einer Diskussion hinten runter fallen. Anstatt der Warener Straße 1-2 sein Ja-Wort zu geben, stellte Rose daher einen Änderungsantrag, der von einer Mehrheit auch angenommen wurde. Denn vom potenziellen Standort in der Großen Straße erhofft sich der Ausschussvorsitzende im Vergleich etwa zur Warener Straße 1-2 Kostenvorteile; die Verwaltung soll daher nun prüfen, ob die Große Straße für einen Kita- und Hortneubau in Frage kommt.
Dieser Vorschlag Roses kam übrigens nicht aus dem Nichts. In sozialen Medien rief er Eltern auf, sich an einer Umfrage für einen aus deren Sicht optimalen Kita-Standort zu beteiligen. Mehr als ein Dutzend Nutzer sprachen sich dabei für die Variante in der Großen Straße aus, die sich noch näher am Schulzentrum befindet.
Derzeit gibt es zwar in Punschendörp mit der Awo-Kita, der geplanten Einrichtung von Steffen Burr (CDU) im ehemaligen Netto und der evangelischen Einrichtung „Simon unterm Regenbogen“ theoretisch drei Orte für die Kinderbetreuung. Das Wegbrechen der Hortkapazität in der letztgenannten Kita im Sommer 2019 zeigte jedoch, wie schnell sich die Situation ändern kann. Da die Stadt zugleich Träger der Regionalschule mit Grundschulstandort ist, ist die Kinderbetreuung ein wichtiger Faktor, um den Penzliner Schulstandort zu erhalten, verdeutlichte Bauamtsleiterin Jacqueline Antony in der gut andert- halbstündigen Beratung zu möglichen Kita-Standorten. Die Abwanderungsquote vom Schulstandort Penzlin sei ohnehin sehr hoch und werde durch fehlende Hortplätze zusätzlich verstärkt, heißt es in der Begründung des vorbereiteten Beschlusses.
Übrigens: Ob die Stadt diese Kita später auch betreiben wird, ist momentan noch offen. Dass sich die Stadt weniger abhängig von Trägern macht, spricht für diese Lösung. Denn derzeit, betonte Rose, „finde ich die Abhängigkeit von privaten Betreibern zu groß“.

Kontakt

Frau Gesa Pasch
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Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Schule
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