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03.02.2020

Fußballer schreiben Stadtgeschichte

Beim Neujahrsempfang des Landesfußballverbandes wurden gerade erst die Penzliner Christian Ullerich zum Trainer des Jahres und Alexander Lukesch zum Spieler des Jahres gewählt. Nun gab es für das Erfolgsteam gleich die nächste Auszeichnung.

Penzlin. Penzlin ist zwar das kleinste Städtchen in der Müritzregion. Doch was den Fußball angeht, spielt Punschendörp in einer Liga mit großen Namen wie Malchow, Neubrandenburg, Wismar und Schwerin. „Der Verein ist ein Aushängeschild der Stadt“, sagt Stadtpräsident Michael Baaß (Die Linke) stolz. Und als der Penzliner SV seine hervorragende Saison 2018/2019 mit dem Aufstieg in die Verbandsliga und dem Erreichen des Halbfinales im Landespokal krönte, waren sich Michael Baaß und Bürgermeister Sven Flechner schnell einig, dass diese Leistung eine besondere Auszeichnung verdient hat. Wer Stadtgeschichte schreibt, darf sich in das Goldene Buch eintragen und dort befinden sich die Spieler und Trainer seit Samstag in bester Gesellschaft. Der Eintrag in das Goldene Buch ist eine besondere Ehre, die zuletzt im November 2015 dem Ehrenbürger Jost Reinholt zuteil wurde.
Auf der ersten Seite des Buches hat sich Poul Schlüter verewigt. Als damaliger Ministerpräsident von Dänemark kam Schlüter 1991 zur Eröffnung des ersten Netto-Markts am Penzliner Bahnhof und trug sich in das Stadtbuch ein. Auch die Unterschrift der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu finden. Sie schnitt 1998 als Bundesumweltministerin das Band auf der Baustelle des ersten Bauabschnitts der Ortsumgehung durch. Neben vielen namenhaften Politikern wie Erwin Sellering, Manuela Schwesig, Harald Ringstorff, Till Backhaus, Helmut Holter, Heike Polzin, Lorenz Caffier und Henry Tesch, hatte sich auch der Ehrenbürger Siegfried Heuer verewigt, der 2009 verstarb. Er war jahrelang als Lehrer und Schulleiter in Penzlin tätig und widmete sich in seiner Freizeit besonders der Stadtgeschichte.

Für landesweites Aufsehen gesorgt
Nun hat sich die Zahl der Namen schlagartig verdoppelt, denn natürlich durften sich alle 20 Spieler und das Trainerteam eintragen. „Das ist eine große Ehre. Schön, dass Leidenschaft belohnt wird“, sagte Mannschaftskapitän Oliver Kowal und reichte das Lob auch gleich weiter an alle, die sich im Verein engagieren und die Mannschaft unterstützen. Der sportliche Erfolg sorgt für Begeisterung in Penzlin und steckt an. Bei keinem anderen Team in der Verbandsliga fahren so viele Fans zu Auswärtsspielen mit, wie bei den Penzlinern. Und wer als Gastmannschaft zum data expert-Sportpark nach Punschendörp anreist, muss sich auf eine gigantische Kulisse gefasst machen, denn zu den Heimspielen kommen im Schnitt 200  Fans. Beim Derby gegen den FC Neubrandenburg waren es sogar 600. „Die großen Clubs kommen ungern zu uns, weil sie wissen, was sie erwartet. Wir spielen immer auf Sieg, immer mit offenem Visier“, sagt Oliver Kowal. Wer das nicht glaubt, muss nur auf die Tabelle schauen. Der Aufsteiger muss sich mit seinem achten Tabellenplatz nicht verstecken und rockt mit tollen Spielen die Liga. Nur der Tabellenführer FC Anker Wismar hat in dieser Spielzeit mehr Tore geschossen als die Penzliner. Mit 15 Treffern ist Normen Richter der zweiterfolgreichste Angreifer der Liga und auch Alexander Lukesch mischt mit 13 Buden ganz vorne mit.
Das sorgt landesweit für Aufsehen und hat die Bekanntheit der kleinen Stadt Penzlin gesteigert, die nun neben ihrer Burg, dem Voß-Haus und den Chören ein weiteres Aushängeschild hat. Beim Neujahrsempfang des Landesfußballverbandes wurden gerade erst Christian Ullerich zum Trainer des Jahres, Alexander Lukesch zum Spieler des Jahres und Elaine Heller zur Spielerin des Jahres gewählt. Hinter dieser beeindruckenden sportlichen Entwicklung steckt viel ehrenamtliches Engagement mit einer tollen Nachwuchsarbeit“, sagte Sven Flechner und versprach, dass die Stadt alle Hebel in Bewegung setzt, um ein neues Sanitärgebäude am Kunstrasenplatz für etwa 1,4 Millionen Euro zu bauen.
Das Saisonziel lautet, die Klasse zu halten und die großen Clubs zu ärgern. Die hätten zwar mitunter eine höhere Qualität, was die Einzelspieler angeht, wie Kapitän Oliver Kowal sagt. Was die Penzliner aber auszeichne, sei das, was Fußball ausmache: Leidenschaft und Geschlossenheit. „Zu uns kommen Spieler, die genau das suchen, obwohl sie vielleicht auch in höherklassigen Teams spielen könnten. Hier fühlen sie sich wohl und das wollen wir auch nach außen tragen“, sagt Oliver Kowal. Wie weit die Liebe zum Verein geht, zeigt ein Tattoo von Mittelfeldspieler Dennis Ahrndt. Er hat sich das Vereinswappen auf seinen rechten Zauberfuß stechen lassen.
Das erste Spiel in der Rückrunde wird übrigens am 22.  Februar angepfiffen. Dann reist der Rostocker FC an, der Tabellendritte. Die nächste Gelegenheit, einen Großen zu ärgern und Geschichte zu schreiben.

Kontakt

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Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Schule
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