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22.01.2019

Kopf in der Schlinge: Das Ende des Troja-Pferdes

Ein Alleinstellungsmerkmal der gesamten Seenplatte fehlt nun: Das trojanische Pferd, das bis Montag stolz, aber gebrechlich vor dem Museum des Troja-Entdeckers Schliemann in Ankershagen stand.

Ankershagen. Der Kopf hängt in der Schlinge. Einen Weg zurück gibt es für das morsche trojanische Pferd vor dem Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen nicht mehr. Der Zug wird stärker, hebt das 300 Kilogramm schwere Holzstück aus der Verankerung. Das Ankershagener Zugpferd ist plötzlich kopflos.
Doch nicht nur das – das Spielgerät wurde von einer Fachfirma aus Gielow am Montag komplett abgetragen. Ein Kran riss zunächst Kopf und Hals aus der Verankerung, bevor Schweif und zuletzt Rumpf und Beine folgten. Mehr als drei Stunden dauerte der Abriss des hölzernen Wahrzeichens, das seit 1996 vor dem Museum stand.
Der Rumpf des Pferdes bot für Neugierige eine Überraschung: Gammlige Holzbalken, die teilweise fast bis zur Hälfte ihres Durchmessers weggefault waren. Als Aussichtsplattform oder Spielmöglichkeit für Kinder, die den Pferdeschweif bis vor einigen Monaten noch als Rutsche nutzten, konnte der Hingucker nicht mehr genutzt werden. Das Nadelholz im Inneren hatte die meisten Schäden davongetragen. Der Pferdekopf senkte sich zuletzt immer weiter ab, sodass das Pferd aus Sicherheitsgründen mit einem Bauzaun abgesperrt war.
Das Wahrzeichen soll nun in baugleicher Form neu gefertigt werden. Es ist das erste Troja-Pferd, das die Firma Pewa in Gielow baut. Und so machten die Mitarbeiter um Denis Wagenknecht in Paparazzi-Manier von jeder Detailarbeit Fotos und Videos. Denn ansonsten gibt es zu dem Pferd zwar eine große, aber nur grobe Skizze. Die Ideen stammen von dem Warener Künstler Walther Preik. Er verstarb im Mai 2018 und hinterließ einen Entwurf – ohne Maße. In den 22 Jahren, in denen das Pferd das Museum des Troja-Entdeckers schmückte, wurde es zur Sehenswürdigkeit. „Deshalb wollten wir an Form und Größe auch nichts ändern“, erklärte Museumsleiterin Undine Hasse.
Die Fertigstellung ist für den 1. April vorgesehen. Insgesamt werden 92 500 Euro investiert – davon etwa 58 000 Euro Fördermittel und rund 34 000 Euro Eigenmittel. Für etwa 70 000 Euro soll das Pferd neu gebaut werden, mit den übrigen Mitteln soll unter anderem ein archäologischer Sandkasten und ein Irrgarten angelegt werden.
Die Schäden am alten Pferd bemerkte man erst 2017, als eine neue Treppe in den Bauch des Tieres gebaut wurde. Auch während der Umbauarbeiten am Museum tauchten böse Überraschungen auf. So war das Fachwerk zweier Wände von Hausschwamm befallen und musste komplett ausgetauscht werden. Die Ausstellungseröffnung verspätet sich dadurch. Statt März 2019 ist nun der 1. Juni geplant. Für Sven Rose, dem Museenverantwortlichen bei der Wirtschaftsförderung des Kreises, eine vertretbare Verzögerung.
Allein die Arbeiten im Museum verschlingen insgesamt rund 491 000 Euro. Die neue Ausstellung soll bisher unveröffentlichtes Brief- und Fotomaterial enthalten und digitalisierter aufgestellt sein. Weniger textlastig, dafür mehr interaktive Informationen über Tablet und Audio-Guides. Haase hofft, dass damit auch die Besucherzahlen von zuletzt 12 000 wieder an Spitzenwerte aus Jahren mit 18 000 Besuchern anknüpfen können. Klar ist aber auch, dass die Investitionen refinanziert werden sollen – durch einen höheren Eintrittspreis. Bisher lag dieser bei vier Euro.

22.01.2019 
Quelle: Nordkurier 

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