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13.03.2019

Nicht nur nachts werden Museumsträume wahr

Alles neu macht der April. Dann hat das Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgungen wieder täglich geöffnet und lädt auch zu einer Nacht im Museum. Und in die neue Außenstelle. Und vielleicht sogar nach Berlin.

Penzlin. „Nachts im Museum“ hat schon viele Kinder und Erwachsene fürs Museum begeistert, bislang jedoch meist über die Kinoleinwand. In der neuen Saison, die im April beginnt, dürfen Kinder nun erstmals eine Nacht im Museum in der Penzliner Burg verbringen und die besondere Atmosphäre live erleben. Irgendwo über dem Hexenkeller, ohne Eltern, aber mit Aufsichtspersonen. Beim gemeinsamen Frühstück sollen die „Burgzauberträume“ dann nachbereitet werden.
„Zukunftsblicke und Traumdeutung sind sehr alt und haben eine lange Tradition“, erklärt Prof. Dr. Andrea Rudolph, fachliche Leiterin des Museums und des Voß-Hauses, die Verbindung zwischen der Magiethematik und dem Museum in der Burg.
Während die Burg von November bis März nur am Wochenende geöffnet hatte, erwacht sie nun bald mit neuen Plänen aus dem Winterschlummer und kann ab April wieder an sieben Tagen die Woche besichtigt werden. Rudolph verspricht „Führungen in den Hexenkeller, spannende Aktionen und Schulprojekte“, außerdem habe man Bildungsbündnisse mit den örtlichen Kitas geschlossen. Auf die Ostergäste warten Erlebnisführungen und das Walpurgisfest soll mit losgelassenen Hexen, Feuer und Musik wieder groß gefeiert werden. Geträumt wird dann in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai.
Ein lang gehegter Traum wird nach einer baulichen Verzögerung in der neuen Saison auch endlich wahr: Mit der Eröffnung des Voß-Hauses am 29. März erhält das Kulturgeschichtliche Burgmuseum eine Außenstelle im alten Rektorhaus. Sieben Kabinette auf rund 125 Quadratmetern widmen sich dort, in seiner alten Schule, dem Dichter und Übersetzer aus Penzlin – und damit auch Aufklärung und Sturm und Drang.

Verbundkarte mit Berliner Pergamonmuseum geplant
„In seiner Dichtung hat Voß auch mit volksmagischen Motiven gearbeitet“, weiß Rudolph und schlägt eine Brücke zu der mittelalterlichen Alten Burg, in deren Schatten er aufgewachsen ist. „In der verfallenden Burg hat er ein Symbol für Niedergang des Adels gesehen.“ Leidenschaftlich habe sich Voß gegen die ständische Gesellschaftsschichtung und die Leibeigenschaft gewandt, die noch aus dem Mittelalter herrührten. „Seine Gleichstellungsbegeisterung trug ihn auch in die Antike“, erzählt Rudolph weiter. Den Dichter, der Homer ins Deutsche übertragen hat, hätten die staatsbürgerlichen Rechte und Redefreiheit dieser Epoche fasziniert.
„In die Burg kommen immer wieder Fachbesucher, Schüler und Studierende, um sich auf Prüfungen oder Abschlussarbeiten mit dem Thema Hexenverfolgung vorzubereiten“, sagt Rudolph. Man helfe gerne. „Ich würde mich freuen, wenn wir diese Nachfrage bald auch im Voß-Haus registrieren könnten. Aufklärung, Sturm und Drang und natürlich die Antike stehen ja überall in den Lehrplänen.“
Die rund 20 000 Besucher, die jährlich die Burg Penzlin aufsuchen, möchte sie auch auf das Voß-Haus aufmerksam machen. Geplant ist eine gemeinsame Verbundkarte und darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit dem Pergamonmuseum in Berlin und dem Schliemann-Museum in Ankershagen.
Trotz der zusätzlichen Ausstellung soll sich an dem grundsätzlichen Ziel des Kulturgeschichtlichen Museums nichts ändern: „Wir wollen unsere Besucher wie bisher herzlich empfangen und gut betreuen.“

13.03.2019 
Quelle: Nordkurier 

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