Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
23.05.2019

Oregano schmeckt nicht nach Minze!

Artenvielfalt in der Insektenwelt benötigt nicht nur Monokulturen. Mit einfachen Mitteln kann Bienen der Tisch gedeckt werden. Das und viel mehr haben Kita-Knirpse auf der Penzliner Burg gelernt.

Penzlin. Dort, wo die Natur direkt vor der Tür wartet, soll die Naturlehre nicht zu kurz kommen. Am Montag versuchte die Museumsmitarbeiterin Wiebke Hanke deswegen im Hof der Alten Burg, rund 30 Kindern ihr Wissen über Pflanzen näherzubringen. Mit einer Handpuppe namens Kater Baldrian hatte sie die volle Aufmerksamkeit der Fünfjährigen aus den zwei Penzliner Kitas. Der Kater soll die Kleinen in lockerer Art für ein besseres Umweltbewusstsein sensibilisieren.
Durch Bundesmittel können Projekte wie das gemeinsame Anlegen einer insektenfreundlichen Blumenwiese, zum Beispiel mit dem ortsansässigen Imker, durchgeführt werden. Das Besondere: Das Vormittagsprogramm war keine Eintagsfliege. Damit sich in den Kinderköpfen auch Wochen später wichtige Erkenntnisse zum Naturschutz manifestieren, gibt es unter dem Motto „Heimat als vertraute, angeeignete Umwelt. Meine Burg. Meine Geschichte“ insgesamt zehn Workshops. Im Mittelpunkt des Ganzen: Kräuter. Zu den Workshops sind immer dieselben Kinder eingeladen, erzählte Hanke. Dadurch könnte mehr Nachhaltigkeit entstehen.
Zur Auftaktveranstaltung am Montag legten die Knirpse zusammen mit der Museumsmitarbeiterin eine Blumenwiese an. „Die flächendeckenden Rapsblüten hier in MV sehen zwar schön aus, schränken aber leider die Vielfalt der Wildblumen ein“, erklärte Hanke kindgerecht mit Kater Baldrian. Aus diesem Grund deckten die Kinder mit hohem Tatendrang den Tisch für Bienen, indem sie eine Blumenwiese angelegten. Mohn-, Ringelblumen- und Margeritensamen wurden auf einer etwa zehn Quadratmeter großen Fläche ausgebracht. „Manchmal hilft auch schon eine kleine Brennnesselfläche, um die Artenvielfalt aufrechtzuerhalten“, gab Hanke den Kindern mit auf den Weg.
Emil, Jérom und Anastasia von der Awo-Kita gehörten zu jenen, die tüchtig Samen ausstreuten. Die drei Knirpse erkannten überraschend viele Pflanzen und Kräuter an Aussehen oder Geruch. Das war nicht bei allen so: Manche hielten Oregano für Minze. Auch ein Geruchstest konnte sie nicht eines Besseren belehren. Erst ein Gang zu den Hochbeeten im Burghof mit den dazugehörenden Erläuterungen beseitigte dann den Irrglauben. Laut Hanke wäre eine mangelnde Umweltbildung ein Problem. Dass es Überzeugungen gäbe, wonach Kartoffeln in Netzen wachsen würden, wäre mitunter auf sozialschwache Elternhäuser, Familien mit Migrationshintergrund und Mobilitätshemmnisse des ländlichen Raumes zurückzuführen. Genau hier hake das Projekt ein: Kinder lernen und tragen ihr Wissen weiter – auch nach Hause. In die Bildung der Kinder investiert der Bund allein für die zehn Workshops knapp 5000 Euro.

23.05.2019 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Frau Gesa Pasch
Amt für Hauptverwaltung und Bürgerdienste
Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Schule
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-78
Fax+49 3962 2551-52
g.pasch@penzlin.de