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18.11.2019

Rinderstall-Erweiterung verschiebt sich um Jahre

Um seinen Milchviehbetrieb rentabler zu gestalten, möchte ein Ankershagener Landwirt ihn um gut das Doppelte vergrößern. Anwohnern bietet der Landwirt noch keine Infostunde an, denn das ganze Verfahren verzögert sich erheblich.

Ankershagen. In einer Zeit, in der Rindertierhaltung aufgrund niedriger Milchpreise immer unrentabler wird, möchte der Ankershagener Landwirt Günter Ehmen seine Milchviehanlage um mehr als das Doppelte vergrößern. Geplante Kosten: mehr als 2,6 Millionen Euro. Von bislang 538 Rinder- und 90 Kälberplätzen möchte er sich vergrößern – auf insgesamt 1200 Kühe und 230 Kälber. Doch der Landwirt hinkt dem selbst gesteckten Zeitplan deutlich hinterher. „An Herrn Ehmen gibt es noch eine ganze Reihe von Fragen, zum Beispiel für eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung“, erklärt Christoph Linke. Nur rund 870 Meter westlich vom Gelände befindet sich das Müritz-Naturschutzgebiet. Deshalb ist der Weg zu einer Genehmigung noch weit. An eine geplante Inbetriebnahme im Februar 2020 ist nicht mehr zu denken.
Linke leitet das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Neubrandenburg. Diese Behörde entscheidet letztendlich anhand strikter Vorgaben, ob das Vergrößerungsbestreben des Landwirts erfolgreich sein wird. Einen Entscheidungsspielraum gebe es nicht. Kann Ehmen Negativfolgen auf Mensch, Tiere und Umwelt nicht ausräumen, dann kommt die Erweiterung nicht. Zu den Unterlagen, die der Landwirt noch einreichen muss, gehören beispielsweise die Antworten auf wasser- und naturschutzrechtliche Fragen. So schnell werde das alles wohl nicht geschehen, räumt der Ankershagener ein. Sein Fokus liege nämlich momentan auf familiären, kraftzehrenden Herausforderungen, denen er sich stellt. Deshalb habe auch eine von ihm angekündigte Infoveranstaltung bislang noch nicht stattgefunden.
Gegenwind gegen das Projekt kam unter anderem von einer Bürgerinitiative, die deutlichen landwirtschaftlichen Mehrverkehr, Wertverlust für ihre Wohnhäuser und eine zunehmende Geruchsbelästigung als Gefahr sieht. Ehmen sieht nicht in den Befürchtungen, aber in der Art des Artikulierens dieser eine Hetzkampagne gegen seinen Betrieb. Statt auszuteilen, ermuntert er jeden Neugierigen, bei Fragen seinen Hof zu besuchen.
Nach dem aktuellen Stand, resümiert Ehmen die Verzögerung im Genehmigungsverfahren, werde die Erweiterung vermutlich erst in vier, fünf Jahren kommen. Geplant war allerdings, nach dem Bau der Ställe für die zusätzlichen Rinderplätze 2020 in Betrieb zu gehen. Nun visiert Ehmen eine Genehmigung bis Ende 2021 an.
Weshalb sich das Verfahren um eine Zustimmung der Behörde zusätzlich weiter ausdehnen könnte: „Im Zuge der Erweiterung müsste das Landschaftsschutzgebiet verkleinert werden“, sagt Ehmen. Das bedeutet, Teile der durch Seen, Moore, Wiesen und Wälder geprägten Landschaft dürften nicht mehr als FFH-Schutzgebiet gelten.
Ein Grund, weshalb der Betrieb vergrößert werden soll, seien seine drei Söhne, so sieht es der Landwirt. Sie alle wollen in den Familienbetrieb mit einsteigen. Zum anderen, entgegnet Stalu-Leiter Linke, werden Milchviehbetriebe aus wirtschaftlichen Gründen immer größer. Kaum jemand hält aus Rentabilitätsgründen weniger als 1000 Tiere.
Die Gemeinde kann im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine Stellungnahme abgeben – mit Eingang der Planungsunterlagen habe sie acht Wochen Zeit.
Kontakt zur Autorin
s.salzmann@nordkurier.de

18.11.2019 
Quelle: Nordkurier 

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