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04.07.2019

Ruinen: Einwohner fordern Taten

Einfach nur unschön, aber ungefährlich oder schon ein Risiko für die Allgemeinheit: Bei zwei Ruinen in Kraase gibt es geteilte Meinungen. Die Einwohner bezweifeln die Sicherheit der Gebäude. Der Kreis aber lässt keine Vorwürfe wegen Nachlässigkeiten gegen sich gelten.

Kraase. Zwei Gebäude sind im Möllenhagener Ortsteil Kraase beinahe berühmt-berüchtigt: einerseits ein ehemaliger Stall am Alten Gut und andererseits ein Haus am Schulenberg. Einwohner wie Matthias Sedlak können über den Zustand nur empört den Kopf schütteln. Er sieht von den zwei Objekten beziehungsweise Ruinen eine Gefahr für die Allgemeinheit. Genau mit dieser Meinung steht Sedlak nicht allein da.
„Ich habe Angst um meine Kinder und Enkelkinder“, sagt Sedlaks Frau Angela. Ein einstiger Stall, ein riesiger Klinkerbau, bei dem in der unteren Etage auch riesige Feldsteine verbaut worden sind, ist nur einseitig zur Straße mit Bauzäunen abgesperrt. Über eine kniehohe Mauer an der anderen Seite könnten Kinder bequem auf das Gelände kommen – und sich dort leicht verletzen. Denn immer häufiger bröckeln Steine.
„Wann ist es denn akut? Erst, wenn etwas passiert ist?“, fragt Katja Bachert und zeigt auf das Feldsteinhaus, in dessen Inneren bereits Bäume wuchern. Zwei Giebel stehen beinahe ohne Halt da. Wenn der Wind drückt, könnten herabfallende Steine Zufahrten von bewohnten Nachbargrundstücken erreichen.
Seit Jahren tut sich bei den besagten Objekten nichts. Deshalb brachten die Kraaser eine Unterschriftensammlung auf den Weg, mit der gefordert wird, dass Sicherheitsmaßnahmen an den Gefahrenzonen erfolgen. Ungefähr 60 Leute, also mehr als ein Drittel der gesamten Einwohnerschaft, haben unterschrieben. Dem Bauordnungsamt des Kreises sollen die Unterschriften zugestellt werden, denn das ist auch verantwortlich für sogenannte Ersatzvornahmen, mit denen Ruinen gesichert werden können, wenn der Eigentümer untätig bleibt.
Im Mai 2019 wurde der Zustand der Gebäudeteile letztmalig geprüft, sagt Kreis-Sprecherin Haidrun Pergande zu dem Giebel, dessen Fugen sichtbar in großen Teilen ausgewaschen sind. „Auf Grund des vorhandenen Abstandes der Giebelwände zu den Nachbargrenzen bestehen keine Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung der Nachbargrundstücke durch herabfallende Feldsteine“, heißt es von Seiten des Kreises. Heißt im Klartext: Derzeit besteht für den Kreis keine Veranlassung, gegen den Eigentümer ein ordnungsrechtliches Verfahren einzuleiten.
Immer, wenn das Bauordnungsamt Anlass zum Handeln sieht, wird der Eigentümer eines Objektes zu Maßnahmen für die Gefahrenabwehr aufgefordert. Dazu aber muss man an den Eigentümer herankommen. Beim Kraaser Stall hat das aber bisher nicht zum Erfolg geführt. Der Besitzer sei zwar vom Kreis aufgefordert worden, Maßnahmen zur Sicherung und zum Erhalt der Gebäudesubstanz vorzunehmen, doch da dieser im Ausland lebe, gestalte sich die Kontaktaufnahme schwierig, so Pergande. Kommt der Eigentümer den kreislichen Anordnungen der Unteren Bauaufsicht nicht nach, obwohl Gefahr für die Allgemeinheit besteht, bereitet der Kreis eine „Notfallmaßnahme“ vor. Die Kosten würde der Kreis vorstrecken und versuchen, sich das Geld beim Grundstückseigentümer wiederzuholen.
Doch im Fall des Stalles betont Pergande, dass das Gebäude aktuell nicht einsturzgefährdet sei. Grundsätzlich werde dort im Moment von Behördenseite kein Handlungsbedarf gesehen. So auch nicht im Bereich der kniehohen Mauer. Dort bestehe immerhin ein großer Abstand des Gebäudes zur Grundstücksgrenze und durch die Mauer ein deutlicher Höhenunterschied zur öffentlichen Verkehrsfläche. Von einer weiteren Sicherung durch einen Bauzaun kann daher nach derzeitiger Einschätzung abgesehen werden, heißt es von der Kreissprecherin abschließend.
Alles andere als abschließend geklärt, ist das Ganze für die Kraaser Bürger. „Ich wohne seit 31 Jahren hier. Der Ort war schön, aber mittlerweile schäme ich mich“, findet Katja Bachert starke Worte, um ihren Ärger über die Grundstücke mit den Ruinen auszudrücken.

04.07.2019 
Quelle: Nordkurier 

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