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06.09.2019

Schlosspark wird zur Chefsache gemacht

Der Eindruck mangelnder Kompromissfähigkeit war verantwortlich dafür, dass die Schlosspark-Investorin in Alt Rehse beinahe einen Baustopp verhängt hat. Ein Krisengespräch half, den Schlosspark nicht zum Millionengrab werden zu lassen.

Alt Rehse. Das große Fiasko ist abgewendet. Nach einem Krisengespräch mit Vertretern des Landkreises konnten die Wogen zwischen den beteiligten Fachbereichen und der Investorin Gabriele Wahl-Multerer geglättet werden. Zu viele Zielkonflikte, mangelnde Kompetenzabgrenzung und keine klaren Entscheidungshierarchien bemängelte die Investorin. Nun signalisiere der Landkreis Kompromissbereitschaft.
„Die Region steht hinter dem Projekt des Schlossparks“, sagte sie nach dem neulichen Zusammentreffen erleichtert. Von jenem Entgegenkommen machte die Unternehmerin abhängig, ob sie die Entwicklung des Bauprojektes weiter verfolgt oder doch den Baustopp einleitet, nachdem sie bereits neun Millionen Euro in das Gelände investiert hat. Grund: Im Frühjahr 2020 sollten – mit einem Jahr Bauverzögerung – die ersten Touristen das Kleinod besuchen. Eine touristische Betriebsgenehmigung stand nun aber auf der Kippe.
Was für den Denkmalschutz unbedenklich ist, bereitet dem Brandschutz wiederum Sorgen – und umgekehrt. Landrat Heiko Kärger (CDU) war aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei, aber die übermittelte Botschaft ist angekommen. Die Region will den Schlosspark – und steht dazu. Heißt, bei Problemen solle die oberste leitende Ebene vermittelnd agieren und es gibt Entgegenkommen. So könne etwa an einem Gästehaus mit 15 Zimmern die brandschutzrechtlich benötigte Fluchttreppe als zweiter Rettungsweg angebracht werden. Einzige Auflage: Keine Wendeltreppe. Eine verschmerzbare Lösung, so Wahl-Multerer.
Vorab sorgte die Auflage des Denkmalschutzes für Stirnrunzeln. Dort genehmigte man laut Investorin die Außentreppe am baugleichen Gästehaus. Hätte es in diesem Belang keine Einigung gegeben, wäre das (anfangs noch genehmigte) Nutzungskonzept für das Haus zerstört worden. „Dadurch wären ein Gästezimmer und das loungeartige offene Wohnzimmer weggefallen“.
Und auch in punkto Fensterrestaurierung zeigte sich nach dem Gespräch ein Hoffnungsschimmer am Firmament. Im Gemeinschaftszentrum sollen später etwa Seminare durchgeführt werden. Das historische Objekt bekommt als nächstes neue Fenster. Hätten die 50er Jahre Fenster restauriert werden müssen, hätte Wahl-Multerer 70 000 Euro mehr zahlen müssen. Auch hier ein Entgegenkommen der Behörden. Eine Rekonstruktion genüge.
Zu den dringendsten Anliegen gehörten Handläufe historischer Innentreppen. Denkmalgeschützte Treppen dürfen nicht verändert werden, sagt die Fachbehörde. Für Personal sei der Handlauf zehn Zentimeter zu niedrig, sagte der Arbeitsschutz. Nun sei laut Investorin aus der Muss- eine Kann-Bestimmung geworden.
Aus der ursprünglich neun Millionen teuren Gesamtinvestition wurden durch hinzugekommene Auflagen und Baupreissteigerung bis zur Fertigstellung wohl 28 Millionen Euro in den Park fließen.

Kontakt zur Autorin
s.salzmann@nordkurier.de

06.09.2019 
Quelle: Nordkurier 

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