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01.02.2019

Sie erlebte so viel Vertrauen

Ab heute hat die Kirchen-gemeinde Möllenhagen-Ankershagen keine Pastorin mehr. Julia Radtke hat sich nach Schleswig-Holstein verabschiedet. Vertretungen gibt es, aber nicht für alles.

Möllenhagen. Für Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Möllenhagen-Ankershagen war der Parkweg 7 der erste Anlaufpunkt zu ihrer Pastorin. Ab 1. Februar wird das Pfarrhaus leer stehen. Bis auf weiteres, denn die ausgeschriebene Pfarrstelle ist bisher nicht besetzt.
Julia Radtke hat die erste Pfarrstelle ihres Lebens erfolgreich absolviert. Der Abschied nach genau einem Jahr ist mit Wehmut verbunden. „Es gibt hier mit 500 Leuten zwar nur wenige Gemeindemitglieder. Die aber engagieren sich zum Teil seit Jahrzehnten sehr für das Gemeindeleben“, würdigt die 30-Jährige. Genauso rührig wie sie mit Blumensträußen und Einladungen zum Essen empfangen wurde, wurde Julia Radtke nun tränenreich verabschiedet.
Beim Gespräch kurz vor ihrem Weggang mit dem Nordkurier trägt sie das typische Pastorenhemd – ein Kollar. „Ich komme gerade von einer Beerdigung“, sagt sie. Es war die sechste und letzte in ihrem hiesigen Wirkungskreis. Die Frau, die in Halle an der Saale Theologie studierte und später für zweieinhalb Jahre ihr Vikariat am Bad Doberaner Münster absolvierte, erlebte darüber hinaus viele prägende Momente. „Schön war es, dass ich hier auch zwei Taufen und zwei Konfirmationen begleitet habe“, erzählt die gebürtige Schleswig-Holsteinerin.
Wichtige wie schmerzliche Entscheidungen traf sie mit dem Gemeindekirchenrat. Zu den schwierigsten gehörten die Schließungen von Teilflächen oder ganzen Friedhöfen. Das fiel schwer, stelle aber die Weichen für die Zukunft. „Zum anderen ist uns ein Pfarrsprengel mit Kittendorf gelungen“, sagt sie. Heißt: Die zwei Kirchengemeinden Möllenhagen-Ankershagen und die Nachbarregion Kittendorf bleiben eigenständig, teilen sich aber das Personal. So wird der nächste Pastor für Möllenhagen nicht nur 24 Wochenstunden leisten, sondern eine Vollzeitstelle bekommen. Sein Tätigkeitsbereich erstreckt sich dann auf Radtkes Bereich samt Kittendorf. Wie lange die Pfarrstelle nun unbesetzt bleibt, ist ungewiss. Bis Julia Radtke auf ihre Vorgängerin Angelika Finkenstein folgte, verging etwa ein Jahr.
Für die 30-Jährige geht es nun in die alte Heimat zurück. Überraschend kam das nicht. Ihre Pastorenstelle war von Anfang an ein Spiel auf Zeit. Ausschlaggebend dafür war das Vikariat ihres Mannes in Rostock. Beiden war daran gelegen, im Pendelbereich zueinander zu arbeiten. Der neue Pastorensitz steht bereits fest: Rellingen im Kreis Pinneberg. Dort wird Radtkes Mann zunächst tätig werden. Für sie werde noch nach einer Stelle gesucht.
Was bleibt, sind viele Erinnerungen und vor allem auch zahlreiche Beweise der Verbundenheit. „Es sind immer besondere Momente, wenn ich ans Sterbebett gerufen werde, weil das ein großer Vertrauensbeweis der Leute ist“, schildert sie den Wert, den ihr seelsorgerisches Wirken in der Seenplatte eingenommen hat. Auch wenn es für Radtke in Möllenhagen-Ankershagen lediglich eine 50 Prozent-Pfarrstelle war, wird ihre Dienste wohl so schnell niemand komplett ersetzen können. Pastorin Melanie Dango aus Stavenhagen springt für Hochzeiten & Co. „in die Bresche“. Für Verwaltungsaufgaben wird Eckhard Gebser zur Verfügung stehen. Regelmäßige Gottesdienste können sie jedoch nicht abdecken. Dazu hat man sich pensionierte Pastoren aus der Region ins Boot geholt.

01.02.2019 
Quelle: Nordkurier 

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