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18.01.2020

Soll der Bürgermeister auch am Wochenende Blumenkavalier sein?

In Penzlin ist es nicht üblich, dass der Stadtchef am Wochenende Altersjubilaren gratuliert. Das wird werktags nachgeholt. Doch es gibt auch Penzliner, die das bedauern, daher wurde nun der Kulturausschuss eingeschaltet. Und wie machen es andere Kommunen?

Müritzregion. Viele freuen sich, wenn der Bürgermeister ihrer Gemeinde im Anzug mit einem Lächeln im Gesicht und einem Blumengruß in der Hand vor der Tür eines älteren Geburtstagskindes steht und seine Hand zum herzlichen Gratulieren ausstreckt. Auf diese besondere Art der Wertschätzung freuen sich auch zwei Penzliner Bürger ganz besonders, weiß Elke Haker (Lebenswertes Penzlin). Doch weil diese Freude in diesem Jahr getrübt ist, wurde die Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses nun aktiv.Für die beiden Penzliner sei es eine hohe Ehre, wenn sie Stadtchef Sven Flechner (WPL) an ihrem Ehrentag in ihren vier Wänden begrüßen könnten, so Elke Haker. Doch das Altersjubiläum fällt in diesen beiden Fällen in diesem Jahr ausgerechnet aufs Wochenende. Und das ist das Problem. Denn in der entsprechenden Satzung ist festgeschrieben, dass der Bürgermeister bei Ehrentagen, die auf einen Sonnabend, Sonntag oder Feiertag fallen, den Geburtstagsgruß am nächsten Werktag nachholt. Das wäre im Fall der beiden Penzlinerinnen der Montag. Die bürgermeisterliche Würdigung erfolgt natürlich, allerdings zwei Tage später. Eine Tatsache, die die zwei älteren Damen traurig stimmt.

„Der Bürgermeister ist kein Leibeigener“
Elke Haker nahm diese Geschichte daher mit in den Schul- und Kulturausschuss des etwa 4000 Einwohner zählenden Penzlins. Um Meinungen zu hören, Standpunkte abzuklopfen. Doch im Beratungsraum der Stadtverwaltung blieb es lange still unter den Ausschussmitgliedern. So lange, bis Penzlins Hauptamtsleiter Mirko Meinhart das Schweigen unterbrach. „Der Bürgermeister ist kein Leibeigener und hat auch Wochenende“, sagte Meinhart in die Runde, ohne zu verschweigen, dass es lange Zeit durchaus anders gehandhabt wurde. Bis 2014, als eine Änderung in Kraft trat, überbrachte Sven Flechner sehr wohl auch am Wochenende Grüße an Altersjubilare ab dem 80. Lebensjahr und für Ehejubiläen ab dem 50. Hochzeitstag. Aufgrund einer erheblichen Belastung sei das Prozedere dann umgestellt worden. Und nach neuer Maßgabe erhalten die Jubilare ihre persönliche Wertschätzung von Bürgermeister und Stadt mit Händedruck und Blumengruß eben am nächstfolgenden Werktag.
Ob die Mitglieder des Penzliner Kulturausschusses einen Antrag stellen, um die Stadtvertreter entscheiden zu lassen, ob der Bürgermeister oder sein Stellvertreter grundsätzlich wieder an allen Wochentagen Glückwünsche persönlich überbringen sollen, wollen sie von einer Statistik abhängig machen. Die Verwaltung soll in den kommenden Wochen eine Liste erstellen, an wie vielen Tagen der Stadtchef im laufenden Jahr an Wochenenden und Feiertagen runde Geburtstage ab dem 80. Lebensjahr und Ehejubiläen wahrnehmen müsste. Zur nächsten Sitzung im April wollen die Mitglieder dann über stichhaltiges Zahlenmaterial diskutieren.
Wie sieht es aber in anderen Kommunen an der Seenplatte mit hauptamtlichen Bürgermeistern aus? Der Nordkurier hörte sich unter anderem in Malchow um. Verwaltungschef René Putzar (parteilos) gratuliere ab dem 80. Lebensjahr und dem 50. Ehejubiläum immer persönlich. Egal, ob der Ehrentag auf ein Wochenende oder einen Feiertag fällt. Und ab dem 90. Geburtstag komme der Verwaltungsbeamte sogar jedes Jahr zum Besuch, heißt es aus dem Rathaus der etwa 7000 Einwohner zählenden Stadt.

Warener gratulieren auch erst am nächsten Werktag
Im überschaubareren Röbel mit seinen 4994 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) hält das Rathaus ebenfalls an der Praxis des Gratulierens am Ehrentag fest, sagt Stadtsprecher Karsten Thorun. Sollte ein Besuch des Ortsoberhauptes Andreas Sprick (CDU) nicht am Ehrentag selbst möglich sein, dann schüttele Sprick am nächstmöglichen Werktag die Hände der Jubilare ab 80 Jahre.
Und in der größten Stadt an der Müritz – in Waren? Dort stattet Bürgermeister Norbert Möller (SPD) allen Warenern ab ihrem 90. Geburtstag zu allen runden Jubiläen einen persönlichen Besuch ab. Fällt der Geburtstag aufs Wochenende oder einen Feiertag, werde auch in der rund 21 000 Einwohner-Stadt ebenfalls erst am nächsten Werktag gratuliert. Das ist aber angesichts der Einwohnerzahl aber wohl auch nicht weiter verwunderlich.

Kontakt

Frau Gesa Pasch
Amt für Hauptverwaltung und Bürgerdienste
Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Schule
Warener Chaussee 55a
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