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16.01.2019

Trotz neuem Fahrplan zu spät in der Schule

Sie wollten Sicherheit für ihre Kinder auf dem Schulweg. Doch dafür müssen die Eltern nun in Kauf nehmen, dass die Kleinen täglich zu spät kommen. Ihre Hoffnung richtete sich auf den neuen Busfahrplan. Doch nun steht fest: Der ändert nichts.

Siehdichum/Penzlin. Die Kinder in Siehdichum werden auch weiter zu spät zur Schule in Penzlin kommen, weil ihr Bus nicht früher dort ankommt. Und das jeden Tag, rund zehn Minuten. Jede Hoffnung auf Besserung musste Torsten Grahn nun auf Nachfrage im Keim ersticken: Die Fahrplanänderungen hätten keine Auswirkungen auf den Schulweg von Alt Rehse nach Penzlin.
Dabei hatte der Geschäftsführer der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) noch kurz vor Weihnachten eine Besserung der Situation in Aussicht gestellt, wenn nach den Winterferien der neue Busfahrplan gilt.
Die Argumentationskette ist lang. Wer Verantwortliche sucht, hat die Qual der Wahl. Der Schulbus kommt morgens aus Neubrandenburg und fährt die Penzliner Schule an. Ein Ort unter vielen: Siehdichum mit einer Handvoll Kinder. Der Bus fuhr die Bushaltestelle dort aber nicht mehr an, denn dazu hätte er einen Umweg über Wustrow nehmen müssen. Da dort zuletzt keine schulpflichtigen Kinder mehr warteten, fuhr der Bus von Alt Rehse sofort nach Siehdichum. Dort hielt er am Rand der Kreisstraße, wo es keine offizielle Haltestelle gibt – genauso wenig einen sicheren Fußweg oder eine Fläche, auf der die Kinder mit genügend Abstand zur Straße warten konnten.
Siehdichums Ortsvorsteher André Schnur und besorgte Eltern wollten Abhilfe schaffen. Sie erreichten, dass der Bus die vorhandene Haltestelle wieder anfuhr. Das ging aber nur, wenn der vier Kilometer lange Umweg über Wustrow mit zum Teil enger und schlechter Straße genutzt wurde. Dass der Bus stattdessen auf der Kreisstraße zur Haltestelle rangiert, sei weder möglich noch aus Sicherheitsaspekten erlaubt, stellt Grahn klar.
Zur Lösungsfindung habe die MVVG vor Wochen eine Anfrage für das Einrichten einer wenigstens provisorischen Haltestelle an die Penzliner Verwaltung geschickt. Eine Antwort gebe es noch nicht. „Der Bus kommt von Neubrandenburg und dort ist es uns nicht mehr möglich, zehn Minuten einzusparen oder früher loszufahren“, reagiert Grahn auf die Nachfrage.
Abhilfe schaffen könnte nun einerseits die Stadt Penzlin. Sie könnte versuchen, Flächen für eine Bushaltestelle zu erwerben oder aber die bestehende oder eine neue auf gemeindeeigenen Flächen zu finanzieren. Doch: „Organisatorische Defizite Dritter können am Ende nicht dazu führen, dass die Stadt Penzlin gezwungen wird, Grunderwerb zu betreiben und mehrere Tausend Euro für den Neubau von Haltestellen auszugeben“, bezieht Bürgermeister Sven Flechner klare Stellung. Er präferiert eine Fahrplananpassung. Nach seiner Ansicht sei das die einfachere und richtigere Lösung, damit die Kinder pünktlich zur Schule kommen.
Torsten Grahn hat aber auch noch einen anderen Vorschlag: Die Schule selbst könnte den Unterrichtsbeginn nach hinten verschieben. Diese Entscheidungsbefugnis sei ihr laut Schulgesetz gegeben. „Dort heißt es, die Schulzeiten richten sich nach dem öffentlichen Personennahverkehr“, argumentiert der MVVG-Chef.

16.01.2019 
Quelle: Nordkurier 

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