Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
12.10.2019

Umkleide-Wunsch kostet nun Vielfaches mehr

Penzlin verfügt über zwei Sportplätze. Am viel genutzten Kunstrasen fehlen jedoch Umkleiden und Sanitäranlagen. Da der Sportverein für eine Lösung von 400 000 Euro nicht die erforderlichen Eigenmittel hat, sollen nun Landesgelder helfen. Dadurch wird das Ganze nun um ein Vielfaches kostspieliger.

Penzlin. Joachim Kowal, der Geschäftsführer des Penzliner Sportvereins, hatte allen Eifer und alle Ambitionen auf bessere Sanitärbedingungen am Penzliner Kunstrasenplatz aufgeboten, um Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) für sein Anliegen zu begeistern. Die Besonderheit in Penzlin: Der dortige Sportverein macht nicht nur durch seine Fußballleistungen auf sich aufmerksam, sondern auch durch Hunderte von Akteuren, die der Penzliner Sportverein bindet. Derzeit sind das rund 250 Mitglieder, die Hälfte davon Jugendliche.
Zu Schulzeiten, illustriert Kowal die Frequentierung des Kunstrasenplatzes, sei der Platz nahe des Stadtsees Anlaufpunkt für etwa 600 Sportler – pro Woche. Das Problem: Nirgends um den Kunstrasenplatz gibt es Umkleiden oder aber Sanitäranlagen wie Toiletten. Ein Sportgebäude gibt es lediglich etwa einen halben Kilometer entfernt vom Kunstrasenplatz. In genau 540 Metern befindet sich nämlich der Penzliner Rasensportplatz. Auch dort ist die Raumsituation nicht allzu großzügig, aber immerhin stünden dort zwei Umkleiden und Toiletten zur Verfügung. Es ist nicht schwer vorzustellen, zu welchen Verzögerungen es aber in der Nutzung des Kunstrasens kommt, wenn sich etwa Fußballmannschaften mit über 20 Leuten mehr oder weniger gleichzeitig umziehen wollen, dies aber nur nacheinander erledigen können und dann auch noch einen halben Kilometer wieder zurück zum Platz laufen müssen. Ähnlich verhält es sich mit den Sanitäranlagen. Bei bisherigen fußballtechnischen Aufeinandertreffen seien auch schon mobile Toiletten gemietet worden. Doch als dauerhafte Lösung sei das zu teuer.
Als Verein wollte man sich der Sache nun selbst annehmen. Ein Antrag beim Landessportbund wurde gestellt. Denn auch am Kunstrasenplatz sollen Umkleiden und Sanitäranlagen künftig nicht mehr fehlen. Zwei Umkleiden sollten deshalb dort installiert werden. Kosten: rund 400 000 Euro. Doch am Eigenanteil des Vereins wäre es wohl vielleicht gescheitert. Nun hat sich die Stadt Penzlin eingeschaltet: Es sollen öffentliche Gelder eingeworben werden. Dafür setzt Penzlin auf den Topf der kommunalen Sportstättenförderung. Nach dieser Richtlinie kann die Kommune in der Regel mit bis zu 40 Prozent an den Gesamtkosten beteiligt werden, klärt Punschendörps Stadtchef Sven Flechner (WPL) auf.
Die Richtlinie gibt aber auch eine maximale Obergrenze an: „Der Eigenanteil ist bei 300 000 Euro gedeckelt“, so Flechner. Heißt: Egal, wie teuer das ganze Unterfangen werden würde; mehr als 300 000 Euro müsste Penzlin wohl nicht an auf die Stadt zuströmenden Kosten bereitstellen. Der Rest könnte aus Landesmitteln der verschiedenen Ministerien – unter anderem eben auch dem Ministerium für Soziales, Integration, Sport und Gleichstellung – kommen.
Die Krux dabei: Wer diese Landesmittel bekommen möchte, muss gleich nach gewissen Standards bauen, um etwa der Barrierefreiheit Rechnung zu tragen. Das macht die Lösung für die Penzliner nun um ein Vielfaches kostspieliger als von den Sportlern eigentlich gewollt. Denn statt 400 000 Euro für zwei Kabinen soll nach einem neuen Vorschlag, der den Maximen der Sportstättenrichtlinie entspricht, ein zweigeschossiges Gebäude in den Hang hineingebaut werden. Das soll neben Sanitäranlagen insgesamt über vier Umkleiden verfügen – und Kosten von mindestens 1,4 Millionen Euro verursachen.

12.10.2019 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Frau Gesa Pasch
Amt für Hauptverwaltung und Bürgerdienste
Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Schule
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-78
Fax+49 3962 2551-52
g.pasch@penzlin.de