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28.11.2019

Von der Vorgartentanne und -fichte zum Weihnachtsbaum

Seit gestern stehen die beiden Weihnachtsbäume der Stadt Waren. Die spektakuläre Fällung der Blaufichte für den Neuen Markt weckte Erinnerungen. In Penzlin weckt die Stadt das Interesse, hübsche Weihnachtsbäume zu hegen und zu pflegen.

Waren/Penzlin. Während ein Mitarbeiter des Warener Stadtbauhofes flink den hohen Baum hochklettert, kommt auf den Gehwegen die Nachbarschaft zusammen. Auch ein Hund schaut durch das Fenster zu, wie die Blaufichte am Kran befestigt wird. Sie soll gefällt und als Weihnachtsbaum auf dem Neuen Markt aufgestellt werden. Der Baum auf dem Alten Markt steht zu dieser Zeit schon.
„Der war so schön und stand ewig hier“, sagt ein Nachbar wehmütig, als der Kran den Baum abgepflückt hat und er langsam auf die Ladefläche sinkt. Doch es ging nicht anders, weiß Eigentümer Marko Beuster – und viele Nachbarn wissen es auch: Der Baum gefährdete die Kanalisation, und die Wurzeln verzweigen sich schon zum angrenzenden Grundstück. Dennoch: „Es ist schon schade auf eine Art“, findet Gerd Beuster, einer der Hausbewohner. Die Blaufichte habe vielen Tieren ein Zuhause geboten: „Meisen, Elstern, Tauben, Wespen, Bienen, alles war hier drin“, sagt Gerd Beuster.
Beim Fällen sieht auch Udo Schulz zu, der 1978 an der Pflanzung beteiligt gewesen war. „Ein schöner Baum“ sei es geworden, da stimmt ihm Marko Beuster zu. Doch sie sehen auch das Positive: Jetzt habe er viel mehr Licht im Haus, so Schulz. „Und der Baum war ja auch eine Gefahr. Wenn mal ein Sturm kommt, wäre er vielleicht auf die Häuser gestürzt.“
Sanft landet der Baumriese auf der Ladefläche, wo er von den Männern des Stadtbauhofs gesichert wird. Zwei bis zweieinhalb Tonnen wiege die Blaufichte, schätzt Kranfahrer Armin Malow, „wir hatten schon größere Bäume.“ Bei der Abholung eines 3,5-Tonners auf dem Werder vor einigen Jahren sei ein Hydraulikschlauch geplatzt, Malow musste in die Werkstatt. Als der Baum endlich aufgestellt werden konnte, sei es schon dunkel gewesen.

Penzliner Nordmanntanne ziert den Burginnenhof
Für den Kranfahrer ist es die letzte Amtshandlung vor seinem Renteneintritt – und mit der ist er zufrieden. Dass es so glatt läuft, ist nicht selbstverständlich. „Irgendwas ist immer“, weiß Malow. Manchmal versperrten Autos den Weg, der Abschleppwagen musste nicht erst einmal gerufen werden. Doch heute ist der Weg frei. Ein paar Zweige streifen eine Ampel, während die Blaufichte durch die Stadt zum Neuen Markt eskortiert wird.
Der Nadelbaumduft, den sie verströmt, vermischt sich kurz mit dem Geruch der Motorsäge, als die fünf Männer vom Stadtbauhof den Baum noch anspitzen. Dann versenken sie ihn, mit der Schokoladenseite zum Markt, in den Boden. „Eine Schwachstelle hat der Baum immer“, sagt Malow. „Aber der sieht doch ganz gut aus.“ „Ich freue mich für die Stadt, dass ein schöner Baum auf den Weihnachtsmarkt kommt“, erklärt Marko Beuster. Er hat sich mit Freunden verabredet, um auf dem Weihnachtsmarkt nach seiner alten Blaufichte zu sehen.
In diesen Tagen sind die prachtvollen Nadelbäume unweigerlich die grünen Wahrzeichen der Ortschaften – so auch in Penzlin. Dort, mittig des Burghofes, hat die Stadt im Wahrzeichen einen weiteren Augenschmaus dazu bekommen: zwölf Meter hoch mit prall besetzten Ästen.
Der Punschendörper Weihnachtsbaum, eine waschechte Nordmanntanne, wurde direkt aus dem Ortsteil Groß Vielen exportiert. Sie stammt aus dem Vorgarten von Günter Herse, der den Prachtbaum in diesem Jahr sponserte. Drei Jahre habe ihm der Chef des Penzliner Bauhofes, Uwe Brandt, gut zugeredet, damit Herse sein Gehölz als Weihnachtsbaum zur Verfügung stellt. Seit Montag ziert er nun den Burginnenhof.
Gedränge, wer einen Nadelbaum in der Adventszeit für die Stadt spenden kann, gebe es laut Brandt in der Regel nicht. Vielleicht, sagt er, sei es aber ein Anreiz für Leute, „hochgewachsene Bäume zu pflegen und uns dann Bescheid zu geben“. Eigne sich der Baum etwa als Weihnachtsbaum, hole und fälle ihn der Bauhof kostenlos ab. Das könnte vor allem für die nützlich sein, die ihre große, aber hübsche Tanne auf dem eigenen Grundstück ohnehin loswerden wollen.

28.11.2019 
Quelle: Nordkurier 

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