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28.01.2020

Wie viel Zukunft hat die Kirchen-Kita in Penzlin?

Sind die Zukunftsplanungen der Stadt Penzlin, eine eigene Kita zu bauen, Kalkül? Hängen sie mit einer befürchteten Schließung der evangelischen Kita zusammen? Die hat einen Pachtvertrag bis 2024. Eine Beschlussvorlage gießt nun Öl ins schwelende Feuer.

Penzlin. Pastor Hartmuth Reincke (WPL) macht keinen Hehl aus seinen Gedanken zu den Gerüchten über die evangelische Kita „Simon unter‘m Regenbogen“. „Ich habe schon das Gefühl, dass wir totgeredet werden“, sagte er am Montag. Von einer perspektivischen Schließung der Einrichtung geht Reincke nicht aus. Dass die Kita mit ihren momentan 57 Kindern – die Betriebserlaubnis gestattet maximal 63 Kinder – keine Zukunft hat, kann er nicht so stehen lassen. Auch wenn hinter der Kindereinrichtung schwere Zeiten liegen: unter anderem verlängerte das Jugendamt des Kreises keine Ausnahmegenehmigung mehr für den Weiterbetrieb des Hortes, weil unter anderem eine Außentreppe fehlt und der Brandschutz für obere Räume nicht gegeben ist.
Bis zum Sommer 2024 hat die Kita in Trägerschaft der evangelischen Kirchgemeinde Penzlin-Mölln weiterhin im bisherigen Objekt von CDU-Stadtvertreter Bernd Ebert eingemietet. Für den Bestand der Einrichtung nahm die Kirchgemeinde eine „wesentliche Erhöhung“ in Kauf, so Reincke. Mit dem Vermieter aber habe man sich geeinigt. In nicht einmal fünf Jahren werden die Bedingungen aber nachverhandelt. Oberstes Ziel sei, das Betreuungsangebot auch nach 2024 aufrecht zu erhalten. „Deshalb überlegen wir schon jetzt, wie es danach weitergehen kann“, sagte der Pastor. Er könnte sich unter anderem vorstellen, dass die Stadt eine Kita baut, die dann vielleicht von der Kirchgemeinde betrieben wird.
Derzeit steht für Penzlin die Betreiber-Frage kaum zur Debatte. Vielmehr rückt ein adäquater Standort für einen Kita-Neubau in den Fokus. Über einen solch möglichen Standort für eine Kita sprachen jüngst die Stadtentwickler (Nordkurier berichtete). Auf deren Tisch lag eine Beschlussvorlage der Verwaltung, die zugleich klare Worte für die Zukunft von „Simon unter‘m Regenbogen“ findet. „Vielmehr kann heute schon eingeschätzt werden, dass beispielsweise der Standort der Kita ,Simon unter‘m Regenbogen‘ mittelfristig keine Zukunft haben wird“, heißt es darin.
Diese Einschätzung wird mit einer fehlenden Erweiterungsmöglichkeit im aktuellen Seehof-Gebäude begründet. So würden unter anderem die Außenflächen nicht groß genug sein. Außerdem fehlten Parkmöglichkeiten. Darüber hinaus führe die weitere Nutzung des Seehofes als Wohngebäude nahezu zwangsläufig „zu Konflikten der Kindeswohlgefährdung“. Der Standort sei daher mittelfristig aufzugeben, er könnte durch den geplanten Neubau ersetzt werden, heißt es in der Vorlage weiter.

Bauamtsleiterin weist Vorwürfe zurück
Dass es an dem Kirchen-Kita-Standort Herausforderungen zu bewältigen gibt, stellte auch Reincke nicht infrage. Allerdings betonte er mehrfach, dass für den Kita-Betrieb derzeit alle Genehmigungen vorlägen. Und auch die Außenflächen wurden nicht zu klein kalkuliert, sondern stimmen einfach aufgrund geänderter gesetzlicher Vorgaben nicht mehr.
Derzeit verfügt Penzlin über die Kirchen- sowie eine von der Awo geführte Kita. Durch Stadtvertreter Steffen Burr (CDU) soll in diesem Jahr der ehemalige Netto zur Kita umgebaut werden, damit der Bedarf von 62 Plätzen in Krippe, Kita und Hort abgedeckt werden kann.
Würde die Stadt ihren Kita-Neubau selbst betreiben, wäre sie unabhängig von privaten Eigentümern und anderen Kita-Trägern. Jegliche Unterstellungen aber, „dass wir als Verwaltung das Sterben einer Kita forcieren, weise ich stringent zurück“, reagierte Bauamtsleiterin Jacqueline Antony auf irritierte Stadtentwickler. Sie stießen sich zum Teil an den Formulierungen in der Beschlussvorlage. Heute um 19 Uhr steht die Kita-Problematik bei der Sitzung der Stadtvertreter auf dem Plan.

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