SCHLIEMANNGEMEINDE ANKERSHAGEN
Die Gemeinde Ankershagen liegt mitten in Mecklenburg-Vorpommern, in einem dünn besiedelten Gebiet im Norden Deutschlands nahe den Städten Waren/Müritz, Neubrandenburg und Neustrelitz.
Zur Gemeinde Ankershagen gehören die Orte:
Ankershagen, Bocksee, Bornhof, Friedrichsfelde, Rumpshagen.
Die Dörfer liegen inmitten weiter Felder, die von Söllen und Baumgruppen unterbrochen werden. Wiesen, Moore und Wälder bilden zusammen mit dem hügeligen Gelände eine reizvolle Umgebung.
Die Gemeinde Ankershagen gehört zusammen mit drei weiteren Gemeinden zum Amtsbereich Penzliner Land.
In der Stadtverwaltung Penzlin kann der Besucher Informationen über die Gemeinden, ihre Erholungsangebote und Dienstleistungen einholen.
Ankershagen – Hauptort der Gemeinde
Die Lage der Gemeinde am und im Nationalpark bietet eine breite Palette ausgezeichneter Wege und Ziele für Wanderer und Erholungssuchende. Die weiträumige Landschaft mit ihren Wäldern und Seen lädt alle Besucher ein. Der Müritz-Nationalpark ist mit 31.800 ha der größte deutsche Nationalpark auf dem Festland. Seine Anfänge reichen bis ins Jahr 1931 zurück, als direkt an der Müritz die ersten 280 ha unter Schutz gestellt wurden.
Der Nationalpark soll als Refugium für Tiere und Pflanzen dem Menschen auch seine Verantwortung für den Schutz der Natur und die Erhaltung seiner natürlichen Existenzgrundlagen nahebringen. Er soll deswegen von vielen Menschen aufgesucht werden, die sich tatsächlich als Gäste verhalten und nicht als Beherrscher. Hier soll der Besucher vor allem auf den Gesang der Vögel und das Rauschen des Waldes achten. Den Ankershagener Teil des Nationalparkes hat vor einigen Jahren die Jost-Reinhold-Stiftung erworben. Ihr Ziel ist, diesen Teil des Nationalparkes auch künftig ausschließlich in gemeinnützigem Interesse zu entwickeln. Diese Absicht wird gegenwärtig Schritt für Schritt umgesetzt.
An diese Grundsätze will der Wandererdenkstein mahnen, den die Jost Reinhold-Stiftung 1999 südlich des Mühlensees in einem herrlichen Buchenwald aufgestellt hat und der die Inschrift trägt:
"Wanderer achte dieses Waldes Frieden!"
Zur Geschichte
Die Gemeinde Ankershagen ist mit landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten besonders reich ausgestattet.
Ankershagen führt schon seit dem 13. Jahrhundert seinen heutigen Namen. Damals wurde durch Siedler aus westlichen Gebieten der Wald gerodet (hag = wald) und das Dorf begründet. Ankershagen hatte eine bevorzugte Lage an der Kreuzung alter Handelsstraßen, in der Nähe zur Mönchssiedlung Freidorf und zur Wasserburg Wickenwerder.
Unweit von Ankershagen entspringt die Havel und fließt dann mehr als 300 km, bis sie die Elbe erreicht. Durch die Gemeinde wurde die Gestaltung der Havelquelle erweitert. 2007 wurde der Havelquellwanderweg eingeweiht.
Havelquelle - Kilometer Null des Havelradwanderweges
Reizvoll für Besucher liegt im Wald der Mühlensee als sehr schöne Badegelegenheit und mit einer hervorragenden Wasserqualität.
Badestelle Mühlensee
Seit Menschen in Mecklenburg siedeln, haben sie auch in Ankershagen gelebt. Megalithgräber und Gräber aus der Bronzezeit bezeugen die Anwesenheit von Menschen bis in das 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Zwischen Bornhof und Bocksee befinden sich Megalithgräber und eine ganze Ansammlung von Hügelgräbern.
Megalithgrab
Ein besonders hervorgehobenes Hügelgrab liegt etwa 500 Meter südlich von Friedrichsfelde an einem alten Slawenweg.
Hügelgrab am Glockenberg
Die erste schriftliche Kunde über die deutsche Besiedlung stammt aus dem Jahr 1230. Sie bezeugt das Alter des Ortes über mehr als 775 Jahre. Zu den baulichen Sehenswürdigkeiten zählt die mittelalterliche Wasserburgruine. Ihre Wehrmauer wurde 1997 zum Teil erneuert.
Ruine der Wasserburg Reste der Wehrmauer
Daneben steht ein über 450 Jahre altes Wehrschloss.
Schon im Mittelalter wird Ankershagen eine große Bedeutung gehabt haben, weil sich hier vermutlich die ost-westlich verlaufende slawische Frachtstraße und die Alte Salzstraße von Bad Sülze über Strelitz zur Oder kreuzten. Um das Dorf Ankershagen ranken sich ungewöhnlich viele Sagen, wovon wohl der Raubritter Henning Bradenkierl die bekannteste Gestalt ist.
Der berühmt-berüchtigte Henning Bradenkierl
Henning von Holstein * um 1511 † um 1546 Hügelgrab „Goldene Wiege“
Die Kirche von Ankershagen ist ein Bauwerk frühgotischen Stils, das in einzelnen Teilen in das 12. Jahrhundert zurückgeht. Sie ist damit eine der ältesten gut erhaltenen Kirchen Mecklenburgs. Neben den architektonischen Details sind in der Kirche alte Wandmalereien, die bei Renovierungsarbeiten freigelegt wurden, viele interessante Ausstattungselemente und eine uralte Holztaufe sehenswert.
Bei Restaurierungsarbeiten wurden einzigartige mittelalterliche Wandmalereien freigelegt.
Kirche Ankershagen Der Heilige Georg wendische Gottheit -„Teufelsdarstellung“
Aus der langen Reihe der Pastoren, die in Ankershagen tätig waren, soll Pastor Mauritius genannt werden, der hier von 1692 - 1699 predigte. Er hat damals eine - offenbar sehr eingehende - Chronik über den Ort verfaßt, aus der insbesondere im 19. Jahrhundert viel zitiert wurde. Leider ist die Chronik nach 1945 verschollen.
In Ankershagen wirkte von 1769 bis 1772 Johann Heinrich Voß, bekannt durch seine heute noch bedeutenden Übersetzungen von Homers "Ilias" und "Odyssee", als Hauslehrer bei der Familie v. Oertzen in der Raubburg zu Ankershagen. Hier erlebte er den mecklenburgischen Gutsbetrieb ganz hautnah und empfing dabei die Impulse für seine lebenslange antifeudalistische Grundhaltung.
In Ankershagen verlebte Heinrich Schliemann, der bekannte Ausgräber von Troja und Mykene, seine Kinderjahre und erhielt die ersten Anregungen für sein späteres Wirken als Ausgräber antiker griechischer Städte: ... dass die ganze Arbeit meines späteren Lebens durch die Eindrücke meiner frühesten Kindheit bestimmt worden, ja, dass sie die nothwendige Folge derselben gewesen ist; wurden doch sozusagen Hacke und Schaufel für die Ausgrabung Trojas und der Königsgräber von Mykene schon in dem kleinen deutschen Dorfe geschmiedet und geschärft, in dem ich acht Jahre meiner ersten Jugend verbrachte. ...
HS, Ilios - Stadt und Land der Trojaner, Leipzig 1881, S. 1
Sein Andenken wird im Schliemann-Museum, dem ehemaligen Pfarrhaus, gepflegt. Hier werden Originalfunde aus Troja und Nachbildungen aus dem legendären Schatz des Priamos gezeigt. Für Kinder wurde im Museum das Kinderzimmer von Schliemann nachempfunden und im Gelände, als besondere Attraktion, eine Nachbildung des Trojanischen Pferdes und eine Bireme aufgestellt.
Heinrich-Schliemann Blick auf das Museum
und in die Ausstellung
Adressen und Hinweise für Unternehmungen
Jost-Reinhold-Stiftung
Müritz Nationalpark
Nationalparkamt Müritz
Zu Gast in Ankershagen
Pension & Restaurant "Linde“, Lindenallee 8, 17219 Ankershagen
Restaurant "Zum Gutshaus", Nationalparkstraße 10, 17219 Ankershagen
Beobachtung von Fischadlern
Fischadler-Beobachtungsstelle, Müritz-Nationalpark-Information Federow, 17192 Kargow
1000-jährige Eichen in Ivenack bei Stavenhagen
Förderverein Ivenacker Eichen, Hinrichsfelder Straße 24, 17139 Gielow
Ivenacker Eichen, 17153 Ivenack bei Stavenhagen
Vermietung von Booten und Vermittlung von Unterkünften
Touren durch den Nationalpark zu Land und Wasser
Bootsvermietung Hecht, Dalmsdorf Nr. 6, 17237 Kratzeburg
Bauernhof Wiese Freidorf, Freidorfer Straße 27a, 17219 Wendorf
Penzlin
Alte Burg mit Hexenkeller und andere Sehenswürdigkeiten
Stadt Penzlin, Warener Chaussee 55a, 17217 Penzlin
Amt Penzliner Land, Warener Chaussee 55a, 17217 Penzlin
Museen
Naturhistorisches Landesmuseum für Mecklenburg-Vorpommern mit großem Aquarium für einheimische Süßwasserfische
Müritz-Museum Waren, Friedenstraße 5, 17192 Waren/Müritz
Müritzeum Waren, Zur Steinmole 1, 17192 Waren/Müritz
Heinrich-Schliemann-Museum, Lindenallee 1, 17219 Ankershagen
Fritz-Reuter-Literaturmuseum, Markt 1, 17153 Stavenhagen
Agrarhistorisches Museum Alt Schwerin, Dorfstraße 21, 17214 Alt Schwerin
Infos
- Einwohner: 574 (Stand 31.12.2014)
- Ortsteile: Bocksee, Bornhof, Friedrichsfelde, Rumpshagen
- Bürgermeisterin: Sybille Galka
- Webseiten: Ankershagen, Havelquellreich