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Schliemanngemeinde Ankershagen

Zur Geschichte

Die Gemeinde Ankershagen ist mit landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten besonders reich ausgestattet.

Ankershagen führt schon seit dem 13. Jahrhundert seinen heutigen Namen. Damals wurde durch Siedler aus westlichen Gebieten der Wald gerodet (hag = wald) und das Dorf begründet. Ankershagen hatte eine bevorzugte Lage an der Kreuzung alter Handelsstraßen, in der Nähe zur Mönchssiedlung Freidorf und zur Wasserburg Wickenwerder.

Unweit von Ankershagen entspringt die Havel und fließt dann mehr als 300 km, bis sie die Elbe erreicht. Durch die Gemeinde wurde die Gestaltung der Havelquelle erweitert. 2007 wurde der Havelquellwanderweg eingeweiht.

Havelquelle - Kilometer Null des Havelradwanderweges

Reizvoll für Besucher liegt im Wald der Mühlensee als sehr schöne Badegelegenheit und mit einer hervorragenden Wasserqualität.

Badestelle Mühlensee

Seit Menschen in Mecklenburg siedeln, haben sie auch in Ankershagen gelebt. Megalithgräber und Gräber aus der Bronzezeit bezeugen die Anwesenheit von Menschen bis in das 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Zwischen Bornhof und Bocksee befinden sich Megalithgräber und eine ganze Ansammlung von Hügelgräbern.

Megalithgrab

Ein besonders hervorgehobenes Hügelgrab liegt etwa 500 Meter südlich von Friedrichsfelde an einem alten Slawenweg.

Hügelgrab am Glockenberg

Die erste schriftliche Kunde über die deutsche Besiedlung stammt aus dem Jahr 1230. Sie bezeugt das Alter des Ortes über mehr als 775 Jahre. Zu den baulichen Sehenswürdigkeiten zählt die mittelalterliche Wasserburgruine. Ihre Wehrmauer wurde 1997 zum Teil erneuert.

Ruine der Wasserburg Reste der Wehrmauer

Daneben steht ein über 450 Jahre altes Wehrschloss.

Schon im Mittelalter wird Ankershagen eine große Bedeutung gehabt haben, weil sich hier vermutlich die ost-westlich verlaufende slawische Frachtstraße und die Alte Salzstraße von Bad Sülze über Strelitz zur Oder kreuzten. Um das Dorf Ankershagen ranken sich ungewöhnlich viele Sagen, wovon wohl der Raubritter Henning Bradenkierl die bekannteste Gestalt ist.

Der berühmt-berüchtigte Henning Bradenkierl

Henning von Holstein * um 1511 † um 1546 Hügelgrab „Goldene Wiege“

Die Kirche von Ankershagen ist ein Bauwerk frühgotischen Stils, das in einzelnen Teilen in das 12. Jahrhundert zurückgeht. Sie ist damit eine der ältesten gut erhaltenen Kirchen Mecklenburgs. Neben den architektonischen Details sind in der Kirche alte Wandmalereien, die bei Renovierungsarbeiten freigelegt wurden, viele interessante Ausstattungselemente und eine uralte Holztaufe sehenswert.

Bei Restaurierungsarbeiten wurden einzigartige mittelalterliche Wandmalereien freigelegt.

Kirche Ankershagen Der Heilige Georg wendische Gottheit -„Teufelsdarstellung“

Aus der langen Reihe der Pastoren, die in Ankershagen tätig waren, soll Pastor Mauritius genannt werden, der hier von 1692 - 1699 predigte. Er hat damals eine - offenbar sehr eingehende - Chronik über den Ort verfaßt, aus der insbesondere im 19. Jahrhundert viel zitiert wurde. Leider ist die Chronik nach 1945 verschollen.

In Ankershagen wirkte von 1769 bis 1772 Johann Heinrich Voß, bekannt durch seine heute noch bedeutenden Übersetzungen von Homers "Ilias" und "Odyssee", als Hauslehrer bei der Familie v. Oertzen in der Raubburg zu Ankershagen. Hier erlebte er den mecklenburgischen Gutsbetrieb ganz hautnah und empfing dabei die Impulse für seine lebenslange antifeudalistische Grundhaltung.

In Ankershagen verlebte Heinrich Schliemann, der bekannte Ausgräber von Troja und Mykene, seine Kinderjahre und erhielt die ersten Anregungen für sein späteres Wirken als Ausgräber antiker griechischer Städte: ... dass die ganze Arbeit meines späteren Lebens durch die Eindrücke meiner frühesten Kindheit bestimmt worden, ja, dass sie die nothwendige Folge derselben gewesen ist; wurden doch sozusagen Hacke und Schaufel für die Ausgrabung Trojas und der Königsgräber von Mykene schon in dem kleinen deutschen Dorfe geschmiedet und geschärft, in dem ich acht Jahre meiner ersten Jugend verbrachte. ...

HS, Ilios - Stadt und Land der Trojaner, Leipzig 1881, S. 1

Sein Andenken wird im Schliemann-Museum, dem ehemaligen Pfarrhaus, gepflegt. Hier werden Originalfunde aus Troja und Nachbildungen aus dem legendären Schatz des Priamos gezeigt. Für Kinder wurde im Museum das Kinderzimmer von Schliemann nachempfunden und im Gelände, als besondere Attraktion, eine Nachbildung des Trojanischen Pferdes und eine Bireme aufgestellt.

Heinrich-Schliemann Blick auf das Museum

und in die Ausstellung

Adressen und Hinweise für Unternehmungen

  • Jost-Reinhold-Stiftung
  • Müritz Nationalpark
  • Nationalparkamt Müritz

Zu Gast in Ankershagen

  • Pension & Restaurant "Linde“, Lindenallee 8, 17219 Ankershagen
  • Restaurant "Zum Gutshaus", Nationalparkstraße 10, 17219 Ankershagen
  • Beobachtung von Fischadlern
  • Fischadler-Beobachtungsstelle, Müritz-Nationalpark-Information Federow, 17192 Kargow
  • 1000-jährige Eichen in Ivenack bei Stavenhagen
  • Förderverein Ivenacker Eichen, Hinrichsfelder Straße 24, 17139 Gielow
  • Ivenacker Eichen, 17153 Ivenack bei Stavenhagen

Vermietung von Booten und Vermittlung von Unterkünften

  • Touren durch den Nationalpark zu Land und Wasser
  • Bootsvermietung Hecht, Dalmsdorf Nr. 6, 17237 Kratzeburg
  • Bauernhof Wiese Freidorf, Freidorfer Straße 27a, 17219 Wendorf

Museen

  • Naturhistorisches Landesmuseum für Mecklenburg-Vorpommern mit großem Aquarium für einheimische Süßwasserfische
  • Müritz-Museum Waren, Friedenstraße 5, 17192 Waren/Müritz
  • Müritzeum Waren, Zur Steinmole 1, 17192 Waren/Müritz
  • Heinrich-Schliemann-Museum, Lindenallee 1, 17219 Ankershagen
  • Fritz-Reuter-Literaturmuseum, Markt 1, 17153 Stavenhagen
  • Agrarhistorisches Museum Alt Schwerin, Dorfstraße 21, 17214 Alt Schwerin